Forscher wollen Chemtrails gegen schmelzende Pole einsetzen

Bisher existieren die sogenannten Chemtrails lediglich in den wirren Köpfen mancher Verschwörungsgläubiger. Allerdings sehen Forscher in dem Grundprinzip ein überraschend gutes Konzept, um das Schmelzen der Polkappen aufzuhalten.
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Die polaren Regionen im Süden und Norden unseres Planeten erwärmen sich seit Jahren deutlich schneller als andere Regionen. Sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis kam es in diesem Jahr bereits zu regelrechten Hitzewellen und Forscher, die den Eisschild am Nordpol untersuchen, sprechen davon, dass sie statt mächtiger Eisfelder oft nur noch Matsch vorfinden. Die beschleunigte Schmelze insbesondere der Eisschilde auf den Landmassen sorgt für steigende Meeresspiegel.

Um das Schlimmste vielleicht doch noch zu verhindern, suchen Forscher auch nach Wegen, wie die Entwicklung aufgehalten und vielleicht sogar ein Stück weit umgekehrt werden kann. Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss, dass solch ein Projekt nicht nur prinzipiell machbar, sondern auch sehr viel billiger als gedacht umsetzbar wäre.

Bis zu 2 Grad kälter

Die Wissenschaftler entwarfen ein mögliches zukünftiges Szenario, bei dem hochfliegende Düsenjets bei 60 Grad nördlicher und südlicher Breite mikroskopisch kleine Aerosolpartikel in die Atmosphäre sprühen würden. Die Teilchen würden dann langsam polwärts driften und die darunter liegende Oberfläche leicht beschatten.

Die Partikelinjektionen würden saisonal in den langen Tagen des lokalen Frühlings und Frühsommers durchgeführt. Dieselbe Flotte von Jets könnte beide Hemisphären bedienen und mit dem Wechsel der Jahreszeiten zum jeweils anderen Pol fliegen. Den Berechnungen zufolge würde man etwa 125 moderne Tankflugzeuge benötigen, die ausreichend Nutzlast in große Höhen transportieren können. Mit ihnen ließen sich die Polarregionen vermutlich um rund 2 Grad abkühlen.

Die Kosten beziffern die Forscher auf rund 11 Milliarden Dollar im Jahr, was mittel- und längerfristig sehr viel billiger wäre, als die Schäden, die durch schmelzende Eisschilde entstehen. "Es gibt weit verbreitete und berechtigte Bedenken gegen den Einsatz von Aerosolen zur Kühlung des Planeten", erklärt der Projektleiter Wake Smith, "aber wenn sich das Risiko-Nutzen-Verhältnis irgendwo auszahlen würde, dann an den Polen". Und er betonte, dass dies letztlich eine Arbeit an den Ursachen nicht ersetzen kann: "Es ist Aspirin, kein Penicillin. Es ist kein Ersatz für die Dekarbonisierung."

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