Videodienst Zoom: Von 10 auf 200 Mio. Nutzer - jetzt fixt man Fehler

App, zoom, Videokonferenz, Zoom App, Conferencing Bildquelle: Dennis Hall / Twitter
Die Video-Conferencing-App Zoom erfreut sich in Zeiten der Krise rund um das Coronavirus eines riesigen Interesses. Nachdem die Nutzerzahlen in den letzten Wochen und Monaten explodiert sind, hagelte es auch Kritik. Jetzt steuert Zoom gegen. Wie Zoom-Chef Eric S. Yuan in einem ausführlichen Blog-Eintrag verlauten ließ, will man sich in den kommenden drei Monaten nicht mehr der Entwicklung neuer Funktionen widmen. Stattdessen geht es vorerst ausschließlich darum, Probleme mit Bugs und andere Macken der Software auszumerzen. Das Unternehmen reagiert damit auf den extremen Anstieg der Nutzerzahlen.

Zoom sei zwar eigentlich primär für Enterprise-Kunden entwickelt worden - also für die interne Nutzung in großen Unternehmen - sei aber natürlich nicht darauf vorbereitet, dass plötzlich "jede Person auf diesem Planeten von Zuhause aus arbeitet, lernt oder soziale Kontakt sucht". Die Vielfalt der Nutzer sei inzwischen wesentlich größer, wodurch sich auch eine Vielzahl individueller Anwendungsszenarien entwickelt habe.

In drei Monaten zwanzig mal mehr Nutzer

Um das Wachstum zu verdeutlichen, nannte Yuan erstmals seit Bestehen des Unternehmens Details zur Zahl der Nutzer von Zoom. Noch im Dezember habe man höchstens 10 Millionen Nutzer gehabt, doch im März stieg die Zahl der Menschen, die täglich über Zoom an einem Video-Meeting teilnehmen auf bis zu 200 Millionen.

Da die App somit extrem populär wurde, stiegen auch die Anforderungen in Sachen Sicherheit und Schutz der Privatsphäre, so Yuan. Weil die App aus mehreren Gründen kritisiert wurde - so nutzt sie unter anderem auf dem Mac fragwürdige Methoden zur Installation und hat unter Windows potenziell schwerwiegende Schwachstellen - wollen die Entwickler jetzt diverse Fixes umsetzen.

Statt weiter in neue Features zu investieren, konzentriere man sich für die nächsten 90 Tage darauf, auf transparente Art und Weise Fehler und Sicherheitsprobleme aus der Welt zu schaffen. Unter anderem wolle man mit Drittparteien kooperieren, um eine nachvollziehbare Umsetzung der Problem-Behebung zu garantieren.

Darüber hinaus will man auch offen darüber informieren, wie viele Anfragen von Behörden und Regierungen eingegangen sind, bei denen es um die Herausgabe von Nutzerdaten geht. Darüber hinaus will das Unternehmen mehr Geld für die Suche nach Sicherheitslücken durch externe Experten ausschreiben. Hinzu kommen wöchentliche Webinars, in denen der Firmenchef persönlich über Fortschritte informieren will. Hauptziel aller Veränderungen ist natürlich, die extrem gestiegene Zahl von Nutzern auch auf der Plattform zu halten.

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