Russen-Satellit geht auf Tuchfühlung mit Spionage-System der USA

Die russischen Militärs sehen offenbar einen Grund, gegenüber den Kollegen aus den USA etwas Präsenz zu zeigen. Und sie geben dabei den Beobachtern des Treibens im erdnahen Weltraum einiges Futter für Spekulationen.
Satellit, Galileo, Positionierungssystem
Galileo
Die orbitalen Bahnen der meisten Raumflugkörper sind bekannt, da sie jeder wissen muss, der selbst Objekte in die Erdumlaufbahn schicken will. Während aber in den meisten Fällen klar ist, welcher Aufgabe ein Satellit nachkommt, gibt es in einigen Fällen auch einfach gar keine Informationen, sondern lediglich eine Länderkennung mit einer Nummer. Das ist beispielsweise auch bei USA 245 so, der seit 2013 um die Erde kreist und bei dem es sich wahrscheinlich um einen Spionage-Satelliten des US-Militärs handelt.

In der Nähe zog seit einiger Zeit auch ein Objekt mit der russischen Kennung Cosmos 2542 seine Bahn - auch von diesem ist ansonsten nichts bekannt. Allein die Nachbarschaft sagt nicht besonders viel aus, da die erdnahen Orbits wirklich eng bevölkert sind. Nun konnten Hobby-Beobachter aber sehen, wie der russische Satellit Kurskorrekturen vornahm. Diese führten in der letzten Woche dazu, dass Cosmos 2542 auf den gleichen Orbit wie USA 245 einschwenkte und seitdem in unmittelbarer Nähe zu diesem die Erde umkreist.

Auf Sichtweite

Zwischen den beiden Satelliten sind jeweils nur zwischen 150 und 300 Kilometer Abstand, was nicht besonders viel ist. Das russische Objekt entfernt sich zwar langsam aber sicher, bleibt aber noch lange in Sichtweite - wenn es nicht noch einmal näher herangeführt wird. Seitdem wird natürlich spekuliert, welchen Hintergrund die ganze Aktion hat.

Klar ist, dass die Russen über Satelliten verfügen, die speziell darauf ausgelegt sind, sich andere Objekte anzuschauen und Bilder sowie andere Daten nach Hause zu liefern. Das könnte bei Cosmos 2542 durchaus der Fall sein. Teils wurde auch darüber spekuliert, dass man den Amerikanern klar machen wollte, dass man ihre Spionage-Systeme jederzeit anfliegen und vom Kurs abbringen könnte.

Allerdings steht auch die Frage im Raum, warum Cosmos 2542 ausgerechnet jetzt auf den neuen Orbit gesteuert wurde. Und dies könnte an der offiziellen Aufnahme der Arbeit der US Space Force liegen, die von US-Präsident Donald Trump als sechste Waffengattung des US-Militärs eingerichtet wurde.

Siehe auch: Trumps "Space Force" sorgt für einen Lacher nach dem anderen
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