Gericht bestraft Copyright-Troll wegen falschen Todestags in der Familie

Gericht, Gesetz, Urteil, Hammer Bildquelle: Dumfries Museum
So genannte Copyright-Trolle haben es auf Nutzer und Unternehmen abgesehen und versuchen, Gesetze und Schutzrechte möglichst gewinnbringend auszunutzen. Das ist per se nicht besonders moralisch oder ethisch, doch ein Anwalt hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Der Copyright-Anwalt Richard Liebowitz ist in einem Bereich tätig, der manchmal legitim ist, der aber auch immer wieder reines Trollen ist. Denn Liebowitz vertritt unabhängige Fotografen, die Unternehmen verklagen, die deren Werke unerlaubt nutzen. Laut TorrentFreak kann das zwar durchaus notwendig sein, ist aber leider oftmals auch pure Geschäftemacherei, also so etwas wie legale Erpressung.

Des Öfteren wehren sich die Opfer von Copyright-Trollen aber auch und damit liegt die Beweislast beim jeweiligen Anwalt. Im vergangenen April sollte Liebowitz zu einer Anhörung erscheinen, der ließ sich aber entschuldigen und verwies auf den Tod seines Großvaters. Ein Todesfall in der Familie ist zweifellos ein legitimer Grund, um einem Gerichtstermin fernzubleiben.

Doch danach tauchten Zweifel auf, ob das tatsächlich so ist. Deshalb forderte Richterin Cathy Seibel Beweise oder Dokumente, die belegen, wer wann gestorben ist und wie Liebowitz darüber benachrichtigt worden ist. Diese Beweise blieb der Anwalt aber schuldig und zögerte die Sache immer weiter hinaus. Seibel setzte die Geldstrafe daraufhin von 100 Dollar auf 500 Dollar pro vergangenen Werktag hoch, schließlich wurde sogar die Festnahme von Liebowitz angeordnet.

Gericht angelogen

Darauf ließ sich der Anwalt dann doch vor Gericht blicken und legte eine Sterbeurkunde vor, die den 9. April als Todestag angab. Liebowitz hat allerdings viele Male den 12. April genannt und das Gericht schlichtweg angelogen. Laut der Richterin sei das eine "Kampagne der Irreführung" gewesen.

Die Anwälte von Liebowitz versuchten das als Missverständnis darzustellen, ihr Mandant sei nach dem Tod des Großvaters wie benommen gewesen und habe deshalb die Tage verwechselt. Richterin Seibel nahm das Liebowitz und seinen Anwälten nicht ab und stellte fest, dass Liebowitz das Gericht bewusst angelogen habe. Er musste die Strafe bezahlen und bekommt nun auch noch Ärger mit dem Beschwerdeausschuss und womöglich auch mit seiner Zulassung als Anwalt. Patente, Patenttroll, Troll Patente, Patenttroll, Troll
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