Chef-Scam: Betrüger rufen jetzt auch mit gefälschten Stimmen an

Telefon, Tisch, Anruf, Telefonat, Zettel Bildquelle: starmanseries / Flickr
Kriminelle greifen natürlich gern auf neue technische Möglichkeiten zurück und so ist es kaum verwunderlich, dass Betrüger sich sofort bedienen, sobald neue Fälschungs-Verfahren für sie zugänglich sind. Das zeigt ein erster Fall des so genannten "Chef-Scams", bei dem eine Deepfake-KI eingesetzt wurde. Bisher kam in dem Bereich aus naheliegenden Gründen vor allem der Schriftverkehr zum Einsatz: Der Absender einer E-Mail gab sich als Firmenchef aus, der einen Mitarbeiter aus der Buchhaltung in ein vermeintliches Geheimprojekt einbeziehen wollte und diesen zum Stillschweigen verpflichtete. Anschließend wurde dafür gesorgt, dass die Zielperson aus der Verwaltung Überweisungen vom Firmenkonto tätigte. So wurden diverse Unternehmen um hohe Geldbeträge gebracht.

Nun wird von einem ersten Fall berichtet, bei dem die Täter sich nicht nur auf möglichst überzeugende E-Mails verließen. Stattdessen griffen sie auf ein KI-System zur Sprachwiedergabe zurück. Ihnen gelang es den deutschen Chef einer Firma, die eine Tochter in Großbritannien unterhält, zu imitieren. Telefonisch wurde dann der Chef der Tochtergesellschaft dazu gebracht, eine zügige Überweisung an einen vermeintlichen Zulieferer in Ungarn zu veranlassen.

Perfektes Imitat

Laut einem Bericht des Wall Street Journal habe der britische Manager keinen Verdacht geschöpft, denn sowohl Stimmlage, Ausdruck und auch der Akzent passten perfekt zu dem, was er von seinem deutschen Kollegen beziehungsweise Vorgesetzten kannte. Als letztlich Verdacht aufkam und man die Behörden informierte, waren die fraglichen Gelder bereits von Ungarn nach Mexiko transferiert worden, wo sich die Spur dann verlor.

In diesem Fall geht es um einen Betrag von rund 220.000 Euro. Die Unternehmen und der britische Manager hatten letztlich Glück, die Versicherung übernahm den Schaden. Das wird zukünftig aber eher seltener der Fall sein, wenn solche Vorfälle bekannter werden und die Versicherer im Zweifelsfall Fahrlässigkeit unterstellen. Telefon, Tisch, Anruf, Telefonat, Zettel Telefon, Tisch, Anruf, Telefonat, Zettel starmanseries / Flickr
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