Zetsches dreckiges Erbe: Illegale Software stellt Daimler vor Probleme

Während der Autogipfel, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern ins Kanzleramt geladen hatte, ohne nennenswerte Ergebnisse vorbei ging, steht dem Konzern Daimler neuer Ärger ins Haus. Denn die erneute Entdeckung illegaler Software in dessen Diesel-Modellen führt nun zu einer deutlichen Ausweitung der Untersuchung.
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Mercedes-Benz
Am Wochenende wurde bekannt, dass das Kraftfahrtbundesamt (KBA) bei Mercedes-Benz-Modellen mit dem Motor OM 651 eine unzulässige Abschaltvorrichtung gefunden hat. Auch hier wird per Software die Schadstoff-Reduzierung abgeschaltet, um bessere Leistungen zu erreichen. Das KBA verpflichtete das Unternehmen aufgrund dessen erst einmal direkt zum Rückruf von rund 60.000 Autos. In Werkstätten soll nun dafür gesorgt werden, dass die Fahrzeuge die zulässigen Grenzwerte einhalten.

Aufgrund des Fundes hat die Behörde die Untersuchungen nun außerdem ausgeweitet. Auch die Motoren des Typs OM 642 werden jetzt genau unter die Lupe genommen. Und bei Daimler scheint man alles andere als zuversichtlich zu sein, dass bei diesen Prüfungen keine unzulässigen Abschaltvorrichtungen gefunden werden, denn man sorgte gleich mal für neue Rückstellungen.


Neuer Chef steht vor Problemen

Allein schon um die Autos des Unternehmens auf einen Stand zu bringen, der wenigstens den gesetzlichen Vorgaben entspricht, werden wohl enorme Zusatzausgaben nötig sein. Von der erhofften Gewinnsteigerung ist keine Rede mehr. Eine entsprechende Warnung an die Aktionäre hatte das Unternehmen ebenfalls gerade verschickt.

Die ganze Sache ist in erster Linie das Erbe des langjährigen Chefs Dieter Zetsche. Dieser hat sich inzwischen von seinem Posten zurückgezogen und an Ola Källenius übergeben. Der neue Daimler-Chef will eigentlich versuchen, den Automobil-Giganten in eine neue Zeit zu steuern, in der man sich um Klimaeffekte ordentlich Gedanken machen muss. Doch statt an dem ausgegebenen Ziel zu arbeiten, bis 2039 ein CO2-neutrales Unternehmen hinzubekommen, muss Källenius sich nun erst einmal mit den Diesel-Altlasten herumschlagen.

Siehe auch: Daimler: Grundsteinlegung für Batteriefabrik in Untertürkheim
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