Songtexte sagen mit verstecktem Morsecode: "Google hat uns geklaut"

Headset, Kopfhörer, jugendlich, Musikhören Bildquelle: CC0 / Pixabay
Ein Anbieter von Song-Texten hat schwere Vorwürfe gegen den Suchmaschinenkonzern Google erhoben. Dieser soll nicht nur kleinere Firmen aus dem Markt drängen, indem deren Geschäftsidee übernommen und mit der eigenen Marktmacht groß gemacht wird. Google nutze dabei auch noch kopierte Inhalte der kleinen Wettbewerber. Die Anschuldigungen stammen von Genius Media Group, dem Betreiber des Lyrics-Portals Genius.com. Der Dienst ist bei Musikfans eigentlich ziemlich populär, da man hier sogar die Texte von diversen Stücken findet, die wirklich schwer zu verstehen und zu entziffern sind. Trotzdem sinken die Besucherzahlen seit Jahren kontinuierlich, wie das Unternehmen nun laut eines Berichts des Wall Street Jounal mitteilte.

Und als Ursache sieht man vor allem das Problem, dass Google die transkribierten Song-Texte einfach kopiert und direkt in seinen Suchergebnissen einblendet, wodurch dann natürlich kein Nutzer mehr auf die Genius-Seite weiterklicken muss. Und trotz mehrmaliger Kontaktaufnahme, bei der auch Beweise für die Vorwürfe geliefert wurden, habe sich bis heute nichts geändert.

Google weist die Anschuldigungen natürlich zurück. Das Unternehmen erklärte, dass man die Inhalte von externen Partnern in Lizenz erhalte und in die Suchergebnisse einbinde. Seit 2016 arbeitet das Unternehmen hier beispielsweise mit dem kanadischen Dienstleister LyricFind zusammen. Und auch dessen Chef bestreitet, dass Inhalte von Genius kopiert worden seien.

In die Falle getappt

Allerdings haben die Leute bei Genius Fallen ausgelegt, in die nach ihrer Aussage nun tatsächlich Google und seine Partner getappt sind. Denn in vielen englischen Texten sind zahlreiche Apostrophe zu finden. Und Genius nutzte für diese einen immer gleichen Wechsel zwischen geraden und leicht schrägen Hochkommata, die in den Zeichensätzen unterschiedlich kodiert sind. Wenn diese nun in Punkte und Striche des Morsecodes umgewandelt wurden, ergab sich jeweils der Begriff "Red Handed", was übersetzt soviel wie "Erwischt" bedeutet.

Einen ersten Verdacht, dass bei Google schlicht Illegale Kopien der eigenen Arbeit zum Einsatz kommen, hegte man bei Genius schon im Jahr 2016. Damals verfügte man über eine der besten Transkriptionen des Titels "Panda" des Rappers Desiigner, die dieser der Plattform selbst exklusiv zur Verfügung gestellt hatte. Entsprechend überrascht war man, als Google als einziger anderer Anbieter ebenfalls einen fehlerfreien Text anzeigte. Daher entschied man sich, alle Texte nur noch mit dem Morse-Watermark zu veröffentlichen und fand nach einiger Zeit immer mehr Belege für Kopien.

Allerdings ist nun unklar, wie es weitergehen kann. Genius hält selbst ja auch nicht die Rechte an den Texten und kann hier entsprechend nicht auf Basis des Urheberrechts klagen. So bleibt im Grunde nur der öffentliche Vorwurf und die Hoffnung, dass Google noch etwas am Image des Unternehmens liegt. Vielleicht wird die Sache ja aber auch als belastendes Indiz in den Wettbewerbsverfahren gegen den Konzern berücksichtigt.

Siehe auch: Android: Googles Tastatur-App erhält Unterstützung für Morsezeichen Headset, Kopfhörer, jugendlich, Musikhören Headset, Kopfhörer, jugendlich, Musikhören CC0 / Pixabay
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