Mortal Kombat 11-Studio: Ausbeutung, Psychodruck und Unterbezahlung

Aktuell vergeht kaum eine Woche, ohne dass ein neuer Bericht publik wird, in dem Vorwürfe gegen ein Spielestudio laut werden. Aktuell steht Mortal Kombat 11-Entwickler NetherRealm Studios am Pranger, denn die in Chicago ansässige Warner-Tochter soll bewusst junge Absolventen von Game-Design-Schulen ausgenutzt haben.
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Warner Bros. Interactive
Zuletzt hat es immer wieder Vorwürfe gegen Spielefirmen gegeben, wonach die jeweiligen Mitarbeiter gerade im Endspurt einer Produktion auf enorm lange Arbeitszeiten kommen (der so genannte "Crunch") und unter Druck gesetzt werden, dies zu akzeptieren. Entsprechende Vorwürfe gab es u. a. gegen Rockstar und Epic Games.

Oftmals fällt dabei das Argument, dass 70-und-mehr-Stunden-Wochen schon ok wären, weil die Programmierer ja auch entsprechend bezahlt würden. Doch der aktuellste Fall bringt zumindest das Verdienst-Argument ins Wanken. Denn wie USGamer berichtet, herrschte bei NetherRealm vor der Fertigstellung von Mortal Kombat 11 nicht nur "brutaler Crunch", sondern auch (illegale) Unterbezahlung.

Weniger als Mindestlohn

Denn die zumeist jungen Absolventen von Gaming-zentrierten Schulen, die als Vertragsarbeiter für NetherRealm tätig waren (also nicht direkt angestellt sind), bekamen elf Dollar pro Stunde bezahlt. Das liegt unter dem in Chicago gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn von zwölf Dollar - das ergibt für eine 40-Stunden-Woche einen Bruttolohn von 440 Dollar.


Dass NetherRealm damit durchkam, liegt nach Aussagen von Betroffenen am Konkurrenzdruck. Für die Nachwuchs-Künstler (in diesem Fall kamen Grafiker und Artdesigner zu Wort) sind diese Jobs der Einstieg in die Welt des Mainstream-Gaming, alle hoffen, später angestellt zu werden. Das passiert aber selten bis nie.

"Heuchler"

Studio-Chef Ed Boon behauptet, dass NetherRealm noch nie jemanden entlassen hat. Das bezeichnen die Interviewten als heuchlerisch, denn das trifft, wenn überhaupt nur auf die tatsächlich Angestellten zu, nicht aber auf externe Auftragnehmer. Denen wird eine Karriere zwar in Aussicht gestellt, erfüllt wird das aber nie. Für 75 Prozent der Vertragsmitarbeiter ist das der erste Job und die Konkurrenz ist auch gewaltig.

NetherRealm nutzt das auch bewusst aus, so der Vorwurf, um Externe auszulaugen und an ihre Grenzen zu bringen: "Ich habe zwei Mal erlebt, dass Leute zusammengebrochen sind, weil sie nicht mehr mithalten konnten", so ein Insider.
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