United-Internet-Chef Dommermuth will 5G mit Konkurrenz ausbauen

Vier Netzbetreiber bieten in Deutschland für die Lizenzen des 5G-Netzes. Dessen Aufbau wird nach Ansicht von United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth so aufwendig, dass nur ein gemeinsamer Ausbau in Frage kommt, um ein flächendeckendes und effizientes Netz zu errichten.
Mobilfunk, 5G, Deutsche Telekom, Berlin
Deutsche Telekom
Der United-Intenet-Gründer sagte gegenüber dem Handelsblatt, dass die Regulierungsbedingungen ausdrücklich vorsähen, dass die Netzbetreiber 5G in Deutschland koordiniert bauen können. "Es ergibt keinen Sinn, wenn wir nur auf wenige Dächer Antennen stellen, dann aber gleich vier", so Dommermuth im Interview. Durch einen gemeinsamen, koordinierten Aufbau von 5G durch alle Gewinner der Auktion könne erst mal eine flächendeckende 5G-Versorgung für die Bevölkerung sichergestellt werden, erklärte Dommermuth.

United Internet wolle sich möglichst schnell mit den drei Telekommunikationskonzernen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica und der Bundesnetzagentur an einen Tisch setzen, um den Ausbau eines deutschlandweiten 5G-Mobilfunknetzes zu diskutieren.

Es ist Großes im Gange

Die drei Großen hätten sich "in letzter Zeit viel Mühe gegeben, United Internet als Neueinsteiger draußen zu halten", so Dommermuth, doch "wenn sich nun der Pulverdampf lichtet, werden alle Beteiligten sicher feststellen, dass man die vor uns liegenden Herausforderungen eines flächendeckenden 5G-Netzes nur gemeinsam wird lösen können". Die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch hatte letzte Woche offiziell angekündigt, an der im März 2019 geplanten Versteigerung mitzubieten.

Wie hoch 1&1 Drillisch bieten wird, ist nicht bekannt, aber "wir werden nicht mit einem Messer zu einer Schießerei gehen", so Dommermuth. 5G verspreche, ein gutes Geschäft zu werden. "Da wollen wir dabei sein, auch wenn heute noch niemand genau weiß, was alles auf unsere Branche zukommen wird."

Dass der Aktienkurs von United Internet unter seinen Netz-Plänen leidet, nimmt er in Kauf: "Ich betreibe das Geschäft nun seit 31 Jahren und habe meinen Aktionären nie etwas anderes versprochen als gesunde Langfristigkeit", so Dommermuth. "Wir haben jetzt eine reelle Chance, große Entwicklungen anzustoßen und die Zukunft unseres Unternehmens aktiv zu gestalten." Am Ende werde sich das auch für die Aktionäre auszahlen, ist sich der Firmenlenker sicher.
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