Slack verzichtet aus guten Gründen auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Die Sicherheit der Kommunikation wird für gewöhnlich gerade im Business-Bereich groß geschrieben. Ausgerechnet eine der größten Plattformen in dem Bereich bleibt hier aber weitgehend außen vor: Für den Gruppen-Messenger Slack, der in zahlreichen Unternehmen zum Einsatz kommt, ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kein Thema. Die Kodierung der kompletten Übertragungswege vom Sender bis zum Empfänger einer Nachricht ist inzwischen quasi zum Standard der Online-Kommunikation geworden. Was früher nur Nischen-Tools für spezielle Nutzer anboten, bringen heute auch riesige Messaging-Plattformen wie WhatsApp mit. Da stellt sich dann schon die Frage, warum es eine solche Option bei einem Dienst wie Slack nicht gibt - immerhin werden hier in den Chats von diversen Teams und Belegschaften immer wieder auch Geschäfts-Interna besprochen.

"Es war nie eine Priorität für die Chefs, weil es von den zahlenden Kunden nie nachgefragt wurde", zitiert das US-Magazin Motherboard einen ehemaligen Mitarbeiter des Betreibers. Und es ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass der Service Nutzer verloren hätte, wäre eine generelle Verschlüsselung einfach so eingeführt worden. Und auch wenn es ein naheliegender Gedanke ist: Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Managements von Unternehmen ihre Mitarbeiter überwachen wollen.

Firmen brauchen Zugang

"Was die zahlenden Kunden wollen ist ein Schlüssel-Management auf Enterprise-Niveau", erklärte der Ex-Mitarbeiter. Die Krypto-Keys sollen also unter der Kontrolle der Firmen-IT sein und nicht von einem externen Dienstleister einfach so vergeben werden. Denn das kann im Zweifelsfall sogar rechtliche Probleme mit sich bringen.

So ist es in vielen Ländern Pflicht, dass die schriftliche Kommunikation in einem Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum archiviert wird. Das wäre schlicht nicht möglich, wenn ein Dienst wie Slack dann Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzen würde - es sei denn, die Technikabteilung holt sich regelmäßig bei allen Endgeräten die Nachrichten des Tages ab. Und auch interne Untersuchungen bei aus dem Ruder gelaufenen Problemen lassen sich kaum anstellen, wenn die Kommunikation der Arbeitsgruppen und Abteilungen nicht mehr einsehbar ist.

Nutzer haben aber bereits die Möglichkeit, eigene Verschlüsselungs-Tools in die Plattform einzubinden. Und Slack-Manager Geoff Belknap kündigte an, dass es noch in diesem Winter ein fortgeschritteneres Schlüssel-Management geben wird, das sich an große Firmennetze anbinden lässt.

Siehe auch: Für Microsofts Office-Sparte ist Slack nun auch offiziell eine Bedrohung

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