BranchScope: Nächste Angriffsmethode auf Intel-CPUs ist gefunden
Mit Meltdown und Spectre hat sich die Sache für Intel noch längst nicht erledigt. Das zeigen jetzt Sicherheitsforscher mehrerer Universitäten, die einen weiteren Angriffsvektor gefunden haben. Dieser ähnelt den beiden bekannten Schwachstellen, die seit Jahresbeginn für Aufregung sorgen und betrifft zumindest geringfügig ältere Modelle.
Das gemeinsame Forscher-Team dreier Universitäten aus den USA, Katar und Großbritannien hat den "BranchScope"-Angriff entwickelt. Dieser konnte von ihnen auf drei verschiedenen CPUs aus den Serien Skylake, Haswell und Sandy Bridge erfolgreich demonstriert werden. Und wie bei Meltdown und Spectre handelt es sich um eine so genannte Side-Channel-Attacke, mit der sich im Zweifelsfall extrem sensible Daten aus den Arbeitsspeichern der Prozessoren abgreifen lassen.
Von den Wissenschaftlern konnte dabei auch gezeigt werden, dass über BranchScope auch Informationen aus Bereichen geholt werden können, die mit Intel SGX geschützt werden. Bei diesen "Software Guard Extensions" handelt es sich um ein isoliertes System, das gerade dafür da ist, vor Daten-Leaks und unbefugten Code-Manipulationen zu schützen.
Attacken sind hier allerdings ähnlich komplex wie bei Spectre und wurden auch noch nicht in freier Wildbahn beobachtet. Das Auslesen von sehr CPU-nahen Speicherbereichen birgt allerdings auch hier die Gefahr, dass sicherheitskritische Informationen wie Passwörter oder Krypto-Keys abgegriffen werden. Intel ist schon seit einiger Zeit über das Problem informiert und konnte bereits eigene Tests und Analysen durchführen. Hier kommt man unter anderem zu dem Ergebnis, dass teilweise schon die Maßnahmen gegen Spectre Variante 1 auch bei BranchScope hilfreich sind.
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Von den Wissenschaftlern konnte dabei auch gezeigt werden, dass über BranchScope auch Informationen aus Bereichen geholt werden können, die mit Intel SGX geschützt werden. Bei diesen "Software Guard Extensions" handelt es sich um ein isoliertes System, das gerade dafür da ist, vor Daten-Leaks und unbefugten Code-Manipulationen zu schützen.
Spectre-Patch kann schon helfen
Am ehesten lässt sich die neue Schwachstelle mit Spectre vergleichen. Auch hier zielt die Attacke wieder auf die Branch Prediction Units (BPUs) ab, die die Performance von Prozessoren erhöhen, indem sie versuchen, kommende Berechnungen vorherzusehen und schonmal in leerlaufenden Bereichen der CPU durchzuführen. Bei BranchScope macht man es sich dabei zu Nutze, dass zwei Prozesse in einem CPU-Bereich parallel laufen können und Schadcode dabei Einfluss auf die anderen Operationen nimmt.Attacken sind hier allerdings ähnlich komplex wie bei Spectre und wurden auch noch nicht in freier Wildbahn beobachtet. Das Auslesen von sehr CPU-nahen Speicherbereichen birgt allerdings auch hier die Gefahr, dass sicherheitskritische Informationen wie Passwörter oder Krypto-Keys abgegriffen werden. Intel ist schon seit einiger Zeit über das Problem informiert und konnte bereits eigene Tests und Analysen durchführen. Hier kommt man unter anderem zu dem Ergebnis, dass teilweise schon die Maßnahmen gegen Spectre Variante 1 auch bei BranchScope hilfreich sind.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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