Firefox 4.0 Final ist da - Neuerungen und Download

Browser Nach einem langen Betatest hat die Mozilla Foundation heute die Version 4.0 des Browsers Firefox veröffentlicht. Damit muss das Unternehmen seine dominante Marktposition in Deutschland verteidigen, die zunehmend von Googles Chrome angefochten wird.
Seit Version 3.6 haben die Entwickler viele neue Funktionen geschaffen, die in dieses Release eingeflossen sind. Wir haben uns einen Überblick verschafft und stellen im Folgenden die wichtigsten Neuerungen vor.


Eine neue Benutzeroberfläche
Sobald man Firefox 4.0 installiert hat und das erste Mal startet, fällt die deutlich überarbeitete Benutzeroberfläche auf. Neben einer durchsichtigen Titelleiste und einer veränderten Farbgebung wurden auch einige Bedienelemente neu positioniert. Das Stoppen des Ladevorgangs sowie das Neuladen einer Website erreicht man nun über einen einzelnen Button. Die Schaltfläche zum Aufrufen der eingestellten Homepage ist rechts neben die Adressleiste gewandert. Daneben findet man eine zentrale Schaltfläche für alle Aufgaben, die in Zusammenhang mit Lesezeichen stehen.

Firefox 4.0Firefox 4.0 in neuem Gewand In der oberen linken Ecke des Browsers gibt es nun einen Firefox-Button, der sämtliche Menüs, die man in älteren Versionen verteilt unterhalb der Titelleiste fand, in sich vereint. Wer die alte Variante bevorzugt, kann diese durch Betätigen der Alt-Taste aufrufen.

Tabbed Browsing 2.0
Die Tabs befinden sich nun oberhalb der Adressleiste. Die Entwickler wollen damit erreichen, dass man sich leichter auf den Inhalt einer Website konzentrieren kann. Ein interessantes Feature: Hat man mehrere Tabs geöffnet und hat den Überblick verloren, weist Firefox 4.0 beim Aufrufen einer Website darauf hin, dass man die Seite bereits in einem anderen Tab geöffnet hat und bietet den Wechsel in den entsprechenden Tab an. Doppelt geöffnete Websites werden so vermieden, was im Endeffekt für mehr Übersicht sorgt.

Firefox 4.0App Tabs und Wechseln zum Tab Eine weitere Neuerung stellen die so genannten App Tabs dar. Mozilla trägt damit der wachsenden Beliebtheit von Web-Anwendungen Rechnung. Angebote wie Google Mail, Facebook oder Grooveshark sind bei vielen Anwendern dauerhaft geöffnet und werden wie gewöhnliche Offline-Anwendungen behandelt. Derartige Websites können in App Tabs untergebracht werden und stehen dann dauerhaft an einer zentralen Stelle zur Verfügung. Die entsprechende Option, um aus einem Tab einen App Tab zu machen, findet man im Kontextmenü des Tabs.

Für die Gruppierung von Tabs kann in Firefox 4.0 eine Funktion namens Panorama genutzt werden. Bei sehr vielen geöffneten Tabs kann man sich verschiedene Gruppen anlegen, beispielsweise für die Bereiche Arbeit und Hobby. Der Browser stellt immer nur die Tabs aus einer Gruppe dar. Der Wechsel zwischen den Gruppen erfolgt über die Panorama-Schaltfläche rechts neben der Tab-Symbolleiste. Die Verwaltung wird mit Hilfe einer innovativen Benutzeroberfläche realisiert, die das Aufziehen neuer Gruppen sowie das Verschieben einzelner Tabs mit dem Mauszeiger ermöglicht.

Ein neuer Add-On Manager
Die Mozilla Foundation hat ihrem Browser einen neuen Add-On-Manager spendiert. Darüber lassen sich nun Erweiterungen (Extensions), Plugins sowie Erscheinungsbilder (Themes) verwalten. Hinzu kommt ein integrierter Bereich für das Entdecken neuer Erweiterungen. Hier erhält man Empfehlungen und kann Listen mit neuen, beliebten und aufstrebenden Extensions durchsuchen.

Firefox 4.0Der neue Add-On-Manager Firefox 4.0 unterstützt zudem eine neue Art von Erweiterungen, die unter der Bezeichnung Jetpack bekannt sind. Die Extensions werden ausschließlich mit typischen Web-Technologien entwickelt, beispielsweise HTML, CSS und JavaScript. Man kann sie im Idealfall installieren, ohne dass der Browser neu gestartet werden muss.

Zunächst wird Firefox mit beiden Arten der Erweiterungen umgehen können. Zukünftig sollen die Extensions der ersten Generationen nur noch mit größeren Einschränkungen verwendet werden können. Sie sind nicht mit dem geplanten Konzept der Aufspaltung des Browsers in mehrere Prozesse kompatibel. Entsprechende Pläne werden unter der Projektbezeichnung Electrolysis geführt.

Firefox Sync
Mit Firefox Sync gibt es nun ein neues Feature, das den Einsatz des Browsers auf unterschiedlichen Rechnern mit dem gleichen Datenbestand ermöglicht bzw. vereinfacht. Dafür muss zunächst ein Benutzerkonto für Firefox Sync angelegt werden, mit dem zukünftig sämtliche Lesezeichen, Passwörter, Einstellungen, Verlaufseinträge und Tabs verknüpft werden.

Firefox 4.0Firefox Sync Besitzt man beispielsweise einen PC und ein Notebook und meldet sich dort mit dem persönlichen Firefox-Sync-Konto an, so kann man sämtliche Daten und Einstellungen auf beiden Systemen nutzen. Fügt man im Firefox auf dem Notebook ein neues Lesezeichen hinzu, findet man dieses auch im Firefox auf dem PC.

Noch interessanter wird das Feature, wenn man Firefox auf einem mobilen Endgerät einsetzt. Sowohl der mobile Firefox alias Fennec für Android und Maemo als auch Firefox Home für das iPhone können mit Firefox Sync Kontakt aufnehmen und die Daten abrufen.

JavaScript-Engine Jägermonkey
Im Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Browser spielt die JavaScript-Performance eine immer größere Rolle, da Websites und Web-Anwendungen verstärkt von dieser Technologie Gebrauch machen. Aus diesem Grund bringt Firefox 4.0 eine neue JavaScript-Engine namens Jägermonkey mit. Es handelt sich um eine Kombination aus der alten Engine Spidermonkey, Tracemonkey und einem neuem JIT-Compiler (Just in Time).

Firefox 4.0kleine Werte sind besser In Fällen, in denen das sehr schnelle Tracing aus technischen Gründen nicht angewendet werden konnte, fiel Firefox bislang auf seine alte Engine zurück und schnitt somit im Performance-Vergleich eher schlecht ab. Beim Tracing dagegen war man Spitzenreiter. Nun wird der JIT-Compiler eingesetzt, falls das Tracing nicht möglich ist. Dieser beherrscht unter anderem die Kompilierung größerer Code-Blöcke statt einer zeilenweisen Abarbeitung.

Firefox 4.0große Werte sind besser Wie man unseren Vergleichs-Benchmarks entnehmen kann, schneidet Firefox 4.0 im SunSpider-Benchmark sehr gut ab und muss sich lediglich vom neuen Internet Explorer 9 schlagen lassen. Im von Google entwickelten V8-JavaScript-Benchmark landet die Mozilla Foundation auf dem zweiten Platz, jedoch mit deutlichem Abstand hinter Chrome.

Firefox 4.0kleine Werte sind besser Im hauseigenen Kraken-Benchmark, der sehr praxisnahe Szenarios testen soll, gewinnt Firefox 4.0 erwartungsgemäß. Die Benchmarks zeigen sehr deutlich, dass der neue Browser wieder mit der Konkurrenz auf Augenhöhe ist. Die alte Version 3.6 lag inzwischen weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen.

Hardware-Beschleunigung
Für eine spürbar verbesserte Performance beim Seitenaufbau soll auch die Hardware-Beschleunigung sorgen. In welchem Maß die Grafikkarte Aufgaben übernimmt, hängt stark vom verwendeten Betriebssystem sowie vom Treiber der Grafikkarte ab. Während unter Windows 7 die Schnittstellen Direct2D und DirectX 9/10 eingesetzt werden, kommt unter Mac OS X OpenGL zum Einsatz.

Firefox 4.0WebGL eröffnet interessante Möglichkeiten Unter Windows XP wird man zumindest von dem Layer-API profitieren können. Sämtliche Elemente einer Website, beispielsweise Bilder, Videos und Hintergründe werden von der GPU zusammengesetzt. Dies sorgt dafür, dass das Scrollen und Zoomen deutlich flüssiger von der Hand geht. Spielt man Videos auf einem leistungsschwachen System ab, sind die Vorteile des Layers-API spürbar.

Wie die Konkurrenzprodukte auch, unterstützt Firefox 4.0 den Standard WebGL. Die Schnittstelle basiert auf OpenGL ES 2.0 und bringt 3D-Grafiken mit Hilfe der Canvas-Funktion aus HTML5 in den Browser. Die Darstellung wird dann von der Grafikkarte beschleunigt.

Unterstützung neuer Standards
Wie bereits erwähnt, unterstützt Firefox 4.0 eine Reihe neuer Standards. Auch die HTML5-Spezifikationen wurden in einem größeren Maß implementiert. Der verwendete Parser orientiert sich an den im Standard festgelegten Vorgaben und läuft in einem eigenen Prozess ab, was die Performance des Browsers steigern soll.

Firefox 4.0HTML5-Videos lassen sich im WebM-Format wiedergeben Videos, die mit dem Video-Tag aus HTML5 in eine Website eingebettet werden, können im von Google entwickelten Format WebM vorliegen - einen entsprechenden Codec bringt Firefox 4.0 von Haus aus mit. In Microsofts Internet Explorer 9 muss ein WebM-Plugin manuell nachinstalliert werden.

Hinzu kommt eine erweiterte SVG-Unterstützung. Derartige Dateien können nun als Bilder behandelt werden, so dass man sie über den IMG-Tag in eine Website einbinden kann. Zudem lassen sie sich dadurch in CSS als Hintergrund definieren. Apropos CSS: Firefox 4.0 unterstützt einige Elemente aus CSS3, beispielsweise Transistions und Transformations.

Mehr Sicherheit und Privatsphäre
Firefox 4.0 bringt eine Reihe neuer Funktionen mit, die die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer verbessern. Dazu gehört ein spezieller Header, den der Browser immer dann an eine Website sendet, wenn der Nutzer nicht getrackt werden will. Werbeanbieter können den Header auswerten und diese Nutzer bei der Erstellung von Profilen anhand des Surfverhaltens ausschließen. Eine ähnliche Funktion findet man auch im Internet Explorer 9, jedoch basiert der Tracking-Schutz von Microsoft auf einem anderen Prinzip. Mozilla spricht mit dem Do-Not-Track-Header vor allem ehrliche Werbeanbieter an.

Eine weitere Neuerung stellt die Content Security Policy dar. Dabei handelt es sich um diverse Werkzeuge, die Entwickler nutzen können, um verschiedene Angriffsarten zu verhindern. Packet-Sniffing, Click-Jacking und Cross-Site-Scripting sind die bekanntesten Angriffe, die Firefox 4.0 erkennt und die Website darüber informiert. Der Betreiber der Website kann darauf entsprechend reagieren.

Ein kleinerer Beitrag für mehr Sicherheit ist der verkürzte User-Agent. Dieser verrät nun nicht mehr, welche Sprachversion man einsetzt. Website-Betreiber sollen für die Ermittlung der Sprache zukünftig auf den HTTP-Header setzen. Zudem entfällt die Angabe "U" im User-Agent. Sie weist darauf hin, dass ein Browser eine starke Verschlüsselung unterstützt. Da dies inzwischen alle Browser tun, ist die Angabe überflüssig.

Fazit und Ausblick
Insgesamt ist Firefox 4.0 ein gelungener Browser, der sich keinesfalls vor der Konkurrenz verstecken muss. Dabei kam dieses große Update fast zu spät, denn Google hat mit Chrome bereits begonnen, Marktanteile auf Kosten von Firefox zu gewinnen.

Firefox 4.0 Um zu verhindern, dass sich diese Entwicklung fortsetzt, sollen zukünftig in deutlich kleineren Abständen neue Firefox-Versionen veröffentlicht werden. Allein in diesem Jahr sind noch Firefox 5, 6 und 7 geplant. Konkrete Pläne sollen in Kürze veröffentlicht werden.

Für Firefox 5.0 liegen bereits die ersten Design-Entwürfe vor. So wird es eine Neuerung names Site Specific Browsers geben, die man bereits aus dem Internet Explorer 9 kennt. Im Browser von Microsoft muss eine Website an die Taskleiste von Windows 7 angeheftet werden, so dass man anschließend per Rechtsklick auf eine Sprungliste zugreifen kann, die diverse Website-spezifische Aufgaben enthält. In Firefox 5.0 wird man diese Funktionen über einen individuellen Button in der Titelleiste aufrufen können, sofern die Design-Entwürfe umgesetzt wie geplant werden.

Download: Firefox 4.0 (Deutsch; 11,85 MB)
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