US-Blog TechCrunch möglicherweise vor dem Aus

Dem erfolgreichen und einflussreichen Blog TechCrunch droht das Ende. Grund: Michael Arrington, Gründer der Seite, die über Start-Ups, Produkte und Internetseiten berichtet, soll vor dem Rauswurf stehen.

"Niemand weiß etwas Genaues", schreibt Mitarbeiter MG Siegler auf der beliebten US-Seite TechCrunch (TC). Die "nukleare Situation" sei in den vergangenen Tagen "explodiert", so Siegler. Im Mittelpunkt der Aufregung steht der TC-Gründer Mike Arrington. Dessen Ankündigung mit dem Risikokapitalfonds "CrunchFund" in interessante Firmen zu investieren, über die auch TC berichtet, hat eine Diskussion über redaktionelle Unabhängigkeit ausgelöst. An deren Ende könnte der Rauswurf von Arrington stehen, möglicherweise ist dieser sogar bereits erfolgt.


TechCrunch-Gründer Michael Arrington

Das Paradoxe an der Situation: Der Medienkonzern AOL, der seit einem Jahr TechCrunch besitzt, ist mit einer eigenen Finanzspritze (10 Millionen US-Dollar) zugleich der wichtigste CrunchFund-Investor. AOL-Chef Tim Armstrong sah dabei zunächst keinen Interessenskonflikt - also dass Arrington auf TechCrunch über Firmen schreiben könnte, in die er auch investiert.

Offenbar kam es aber innerhalb des Konzerns zum Streit. Arianna Huffington, einflussreiche Huffington-Post-Gründerin und seit Anfang des Jahres (und der Übernahme von Huffington Post durch AOL) oberste Redakteurin des Konzerns, sieht die Sache aber offenbar anders. Gegenüber der New York Times hatte Huffington den Rücktritt Arringtons verkündet, sie selbst sei bereits auf der Suche nach einem Nachfolger als Chefredakteur. Michael Arrington und TechCrunchDas Team von TechCrunch Im nun von MG Siegler verfassten Beitrag erhebt der TC-Mitarbeiter schwere Vorwürfe gegenüber AOL und stellt das Ende der Seite in Aussicht. Der streitbare wie einflussreiche Michael Arrington, der sich in Vergangenheit auch immer wieder mit seinem Mutterkonzern angelegt hatte, sei zwar offiziell nie Chefredakteur gewesen, sehr wohl aber Herz und Seele von TechCrunch. Von AOL diktierte Umstrukturierungen hätten nun zur Folge, dass Mitarbeiter, auch er selbst, wohl gehen werden.


Vor elf Monaten, als AOL TechCrunch übernommen hat, habe der Internet-Konzern versprochen, sich nicht in interne Angelegenheiten einzumischen. Diesen Vorsatz habe man nun gebrochen, so Siegler. "Und wenn dieses Versprechen gebrochen wird, zerbricht auch TechCrunch", schreibt Siegler.

Siehe auch: AOL übernimmt Silicon-Valley-Blog TechCrunch

Ein großer Teil der Kritik an Arrington und dem CrunchFund ging vom New-York-Times-Redakteur David Carr aus. Er schreibt in einem umstrittenen Artikel, dass die Investitionen des Blog-Betreibers dafür sorgen werden, dass TechCrunch nicht mehr unabhängig berichten kann.

Allerdings berücksichtigt er dabei nicht, dass TechCrunch im Gegensatz zu klassischen Medien wie der New York Times keine zentrale Inhaltskontrolle besitzt, argumentieren seine Kritiker. Jeder Blogger kann selbst entscheiden, über was er schreiben möchte und welche Meinung er vertritt. Das beweist unter anderem ein Beitrag von Paul Carr auf TechCrunch, in dem er sich kritisch zum CrunchFund äußert.

(Witold Pryjda für WinFuture)
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Ich glaub womit die NYT ein wenig ein Verständnisproblem hat ist das Techcrunch und CrunchFund zwei verschiedene paar Schuhe sein sollten, Michael Arrington wollte scheinbar den guten Namen für seine Investment Platform nutzen aber hätte wohl niemanden bei TC die Pistole an die Schläfe gehalten und denen gesagt sie müssten jetzt über die und die Firma in einem guten Licht berichten oder den Hut nehmen (die hätten ihn wahrscheinlich ausgelacht und/oder ins Gesicht gespuckt und wären freiwillig gegangen). Natürlich kann jetzt keiner Wissen obs nicht vielleicht wirklich so passiert wäre aber ich glaube in der Sache wurden von einigen Leuten Fehler begangen, auch Mike könnte man vorhalten das die ganze Sache wohl nicht so ausgeartet wäre wenn man CrunchFund nicht sofort mit TechCrunch assoziieren würde und David Carr hätte vielleicht auch ein wenig nachfragen können bevor er so einen Shitstorm lostritt und auch Arinana Huffington hat ein wenig über-reagiert. Mal sehen wie sich das ganze entwickelt, es wär jedoch schade um TC da die schon des öfteren spannende Stories zu Startups hatten von denen man bei uns sonst kaum gehört hätte.
 
Lol, AOL, pfff... So engargierte Leute wie er finden immer wieder etwas. Vor allem kann er das bestehende Team "abschöpfen" und wieder ein neues Blog aufbauen, diesmal vielleicht mit einem vernünftigen Geldgeber im Rücken...
 
ich finde er sollte gehen zu recht.


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