ProSiebenSat.1 plant Umstieg auf Bezahlfernsehen
Der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling erklärte gegenüber dem 'Handelsblatt', dass man unabhängiger vom Werbemarkt werden müsse. In vielen kleinen Schritten will man die Zuschauer dazu bewegen, Gebühren für den Empfang der Sender zu zahlen. "Für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ist es enorm wichtig, dass wir Beziehungen zu den Endkunden aufbauen, etwa über Pay-TV, Video-on-Demand oder andere Geschäftsmodelle."
Das selbstgesteckte Ziel lautet, dass man bis 2014 30 Prozent der Einnahmen außerhalb der Werbung erzielen will. Im letzten Jahr machte ProSiebenSat.1 einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro, musste aber einen Verlust von 129 Millionen Euro hinnehmen. "Wachstum kann heute nicht mehr aus dem Werbemarkt alleine kommen. Alle Erlösströme inklusive Endkunden-Abo und Einmalzahlungen müssen erschlossen werden", erklärte Niko Steinkrauß, Medienexperte der Unternehmensberatung Booz.
Um die bislang frei empfangbaren Sender für die Zuschauer attraktiver zu gestalten, will man neue Geschäftsbereiche erschließen. Dazu soll unter anderem eine eigene Fernsehproduktion aufgebaut werden. Ein Exklusivvertrag mit dem Fernsehproduzenten Dick de Rijk besitzt man bereits. Er war früher für Endemol tätig und erfand unter anderem das erfolgreiche Format "Deal or no Deal".
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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