Durchbruch bei E-Ink: E-Books könnten bald Videos abspielen

E-Ink, Electro-Fluidic Display, EFD, E-Tinte Bildquelle: South China Normal University
Wissenschaftler aus China haben eine Technik entwickelt, welche die Vor­teile von E-Paper mit einer hohen Bildwiederholrate verbindet. Während elektronisches Papier eine besonders scharfe Darstellung von Buchstaben und Grafiken ermöglicht, kommt es wegen einer niedrigen Bild­wie­der­holrate bislang vor allem in E-Book-Readern zum Einsatz. Dies könnte sich mit der neuen Erfindung ändern.

Das neue Verfahren zur Optimierung von elektronischem Papier kommt von einem Team um Professor Guofu Zhou von der South China Normal University (SCNU) in Guangzhou. Wie Technology Review in seiner Online-Ausgabe berichtet, haben die Forscher ein so ge­nann­tes Electro-Fluidic Display (EFD) entwickelt, welches farbige Tinten in den Farben Cyanblau, Magenta, Gelb und Schwarz in Farbschichten übereinander anordnet und mit einer Rate von 7,5 Millisekunden via Electrowriting wechseln kann. Electro-Fluidic Display (EFD) Werbetafel mit EFD-Technik. Bild: SCNU

Massenproduktion leicht möglich

Nach Angaben der Forscher ist eine Massenproduktion entsprechender Displays ohne teure Investitionen in neue Anlagen leicht möglich, da sich bestehende Produktionslinien für her­kömmliche LCDs zu großen Teilen dafür verwenden lassen. Bislang größtes Hindernis bei der Technik sind die immer noch relativ großen Bildpunkte. Ein von den Forschern auf Messen ge­zeigter Prototyp erreichte bei Abmessungen von 40 mal 40 Zentimeter gerade einmal eine Auflösung von 32 mal 32 Pixel. Die darin demonstrierte Bildwiederholrate von 50 Hertz reicht aber für Videos bereits aus.


Für Großdisplays im Außenbereich könnte die Technik trotz der geringen Auflösung schon jetzt interessant sein. Ihr Stromverbrauch be­trägt nur etwa ein Prozent dessen, was mo­mentan verfügbare TFT-LCD- oder LED-Bild­schirme benötigen. Wie bei E-Paper üblich bie­ten die EFD-Displays darüber hinaus einen be­son­ders hohen Kontrast und eine sehr hohe Re­fle­xion des eintretenden Lichts. Aber auch für kleinere Displays soll sich die Technik eignen, wie die Forscher an einem Prototyp mit 4,2 Zoll und Schwarz-Weiß-Technik bereits de­mon­strie­ren konnten, welcher Videos wiedergeben kann.

Mehr als 100 Patente

Das ist aber lediglich der aktuelle Forschungsstand und mit deutlich leistungsfähigeren EFD-Displays darf gerechnet werden. Bei den Wissenschaftlern handelt es sich auch nicht um An­fänger. Die Gruppe war früher bei Philips an der Entwicklung von E-Paper-Bildschirmen be­tei­ligt, bevor sie 2012 mit dem EFD-Projekt begann. Sie halten mittlerweile mehr als 100 Pa­ten­te auf die Technik, welche in China durch einige Startups bereits kommerzialisiert wird. Der E-Book-Sektor könnte gerade hierzulande einen Technologiesprung gut gebrauchen. Im Gegensatz zu Smartphones und Tablets fristen die digitalen Lesegeräte in Deutschland bis­lang eher ein Nischendasein. E-Ink, Electro-Fluidic Display, EFD, E-Tinte E-Ink, Electro-Fluidic Display, EFD, E-Tinte South China Normal University
2017-07-28T10:49:00+02:00
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren13
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 15:00 Uhr F1F1
Original Amazon-Preis
189,99
Im Preisvergleich ab
189,99
Blitzangebot-Preis
161,49
Ersparnis zu Amazon 15% oder 28,50
Im WinFuture Preisvergleich

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Tipp einsenden