802.11ad hebt ab: WLAN geht auf 60GHz und bietet 7 Gbit/s

Für die Datenübertragung per WLAN kommt jetzt auch das 60-Gigahertz-Band zum Einsatz. Die Einführung von Komponenten, die mit dem neuen Standard 802.11ad arbeiten, ist angelaufen. Das soll zu erwartende Engpässe rechtzeitig verhindern.
Marktstart von 802.11ad
Die meisten dürften das Problem von älteren WLAN-Standards, die bei 2,4 Gigahertz arbeiten, kennen. Vor allem in Häusern mit mehreren Mietsparteien, die allesamt ihre eigenen WLANs betreiben, sind die verfügbaren Frequenzen so stark ausgelastet, dass die Daten nur noch tröpfchenweise auf das Endgerät fallen.

Abhilfe schafft dann bisher der Wechsel auf eine neuere Technik, die im 5-Gigahertz-Bereich arbeitet. Aber auch hier sind Probleme bereits absehbar: Der aktuelle Standard 802.11ac bietet hohe Datenraten - und diese werden von den Nutzern auch gut und gern genutzt. Vor allem das immer weiter verbreitete Videostreaming sorgt für immer mehr Traffic und man rechnet inzwischen damit, dass auch das 5-Gigahertz-Band in zwei bis drei Jahren ortsweise an seine Grenzen kommen wird.

Bis zu 7 Gbit/s

Daher setzt man jetzt zusätzlich auf das ebenfalls frei nutzbare Spektrum um die 60 Gigahertz. Die Entwicklung des 802.11ad-Standards begann in weiser Voraussicht bereits im Jahr 2009 - auch wenn damals noch nicht absehbar war, dass es wirklich einmal nötig sein würde, das zusätzliche Band und Datenraten deutlich im Gigabit-Bereich zu verwenden. Ohne technische Finessen werden hier schon im Normalfall bis zu 7 Gigabit pro Sekunde erreicht.

Jetzt kommen allerdings die ersten Endgeräte auf den Markt, die mit der neuesten WLAN-Generation, die auch als WiGig bezeichnet wird, ausgestattet sind. Der chinesische Konzern LeTV kündigte beispielsweise schon ein entsprechend ausgestattetes Smartphone an und auch die Arbeit bei den großen Komponenten-Herstellern läuft bereits auf Hochtouren. In diesem Jahr wird der Standard als erstmals in nennenswertem Umfang sichtbar werden - und man rechnet mit einer zügigen Verbreitung in den kommenden Jahren.
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