Weg mit dem Mief: Samsung will zum weltgrößten Startup werden

Das Management des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung will durch einen tiefgehenden Umbau der Strukturen und der Durchsetzung einer neuen Firmenkultur wieder mehr Wind in die Segel bekommen. Im Grunde soll der riesige Konzern zum weltweit größten Startup werden.
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Leicht wird das nicht, was die Nachrichtenagentur Reuters aus Seoul vermeldet. Samsung ist ein sehr traditionsreiches Unternehmen mit vielfältigen Verflechtungen, klaren, hierarchischen Strukturen und rund 300.000 Mitarbeitern. Da scheint es schon eine Mammutaufgabe zu sein, den Konzern von innen heraus aufzubrechen. Doch sieht man keine andere Möglichkeit mehr, als eine umfassende Modernisierung durchzusetzen, da auch viele andere Versuche, wieder besser in Fahrt zu kommen, nicht fruchteten.

Orientieren will man sich an den zahlreichen jungen Technologie-Unternehmen, deren Erfolg durchaus auch daher kommt, dass die ganze Firma als einziges dynamisches Team inszeniert wird. Dies ermöglicht es, die unteren Mitarbeiter-Ebenen wesentlich stärker zu motivieren, ihr Engagement und auch ihre Kreativität möglichst vollständig in den Dienst des Unternehmens zu stellen.


Das will Samsung am liebsten auch erreichen. Daher soll unter anderem die bisher stark ausgeprägte Top-Down-Kultur beseitigt werden. Das Arbeitsklima will man wesentlich offener gestalten und Dialoge über verschiedene Ebenen hinweg fördern. Absehbar sind Widerstände aus dem mittleren Management, wenn die Zahl der Hierarchie-Ebenen deutlich reduziert wird und die Führungskräfte regelmäßig und auch online Gespräche und Diskussionen mit den einfachen Beschäftigten führen sollen.

Das Ziel besteht unter anderem darin, zukünftig wieder mehr Innovationen hervorzubringen - und das vor allem auch schneller. Denn Samsung hatte in den letzten Jahren zunehmend mit sehr aktiven Konkurrenten zu tun, die gleichwertige Produkte oft zu günstigeren Preisen auf den Markt brachten. Dass es um Samsung beispielsweise bei Smartphones nicht noch schlechter steht, als derzeit ohnehin, ist vor allem der ungeheuren Marketing-Macht des Konzerns zu verdanken.
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