Mannheim versucht Fotos alter Gemälde aus der Wikipedia zu klagen
Bei den Betreibern der Online-Enzyklopädie Wikipedia ist eine Klage der Stadt Mannheim eingetroffen. Diese reklamiert das Urheberrecht an Fotos für sich, die in einem Museum ausgestellte Gemälde zeigen, deren Maler seit langer Zeit tot sind.
Die fraglichen Werke sind für interessierte Besucher im Mannheimer Reiss-Engelhorn Museum zu sehen. Es handelt sich um insgesamt 17 Bilder. Die Aufnahmen von diesen hatte ein Fotograf im Auftrag der Stadtverwaltung angefertigt. Da hierfür Zeit und Aufwand investiert werden mussten, sind die Fotos nach Ansicht der Stadt urheberrechtlich geschützt und dürften nicht einfach so in die Wikipedia übernommen werden.
Beim deutschen Ableger der Dachorganisation Wikimedia sieht man das allerdings anders. In einer Stellungnahme hieß es, dass hier im Grunde versucht werde, durch die Hintertür einen Urheberschutz für Werke zu konstruieren, die längst unter die Gemeinfreiheit fallen. "Die eigentliche Intention des urheberrechtlichen Schutzes von Werkschaffenden wird hier ad absurdum geführt", so die Wikimedia Deutschland.
Die Stadt Mannheim hatte zuvor schon im direkten Kontakt und anschließend über Abmahnungen versucht, die Bilder wieder aus dem Fundus der Wikipedia löschen zu lassen. Jetzt landet die Sache vor Gericht und seitens der Wikimedia wird dies in gewissem Maße auch so gewollt, damit es letztlich zu einer höchstrichterlichen Klärung der Frage kommen kann.
Beim deutschen Ableger der Dachorganisation Wikimedia sieht man das allerdings anders. In einer Stellungnahme hieß es, dass hier im Grunde versucht werde, durch die Hintertür einen Urheberschutz für Werke zu konstruieren, die längst unter die Gemeinfreiheit fallen. "Die eigentliche Intention des urheberrechtlichen Schutzes von Werkschaffenden wird hier ad absurdum geführt", so die Wikimedia Deutschland.
Fotos ohne kreative Leistung
Nach Auffassung der Organisation würde das Urheberrecht hier gar nicht greifen, da es sich schlicht um 1:1-Abbildungen der fraglichen Gemälde handelt. Eine eigene Schöpfungshöhe, die durch einen kreativen Akt entstehen würde, haben die Aufnahmen demnach überhaupt nicht, sondern es handle sich schlicht um digitale Nachbildungen der Originale. Mit dieser Rechtsauffassung sieht man sich im Einklang mit der juristischen Praxis in vielen anderen europäischen Ländern.Die Stadt Mannheim hatte zuvor schon im direkten Kontakt und anschließend über Abmahnungen versucht, die Bilder wieder aus dem Fundus der Wikipedia löschen zu lassen. Jetzt landet die Sache vor Gericht und seitens der Wikimedia wird dies in gewissem Maße auch so gewollt, damit es letztlich zu einer höchstrichterlichen Klärung der Frage kommen kann.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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