Wegen Web-Pornos: Playboy-Magazin schafft Nacktheit weitgehend ab

Wir können die Entscheidung absolut nachvollziehen, da wir schon seinerzeit den Playboy ausschließlich wegen der guten Artikel gekauft haben. Künftig werden diese aber die zentrale Rolle einnehmen. Denn das bekannteste Männermagazin der Welt wird sich von kompletter Nacktheit verabschieden und deutlich züchtigere Bilder bieten. Grund: Erotik ist angesichts des Internets schon lange kein Kaufgrund mehr.
Office, Büro, Porno
Larry Knowles (CC BY 2.0)
Das Playboy-Magazin, jahrzehntelang ein Synonym für Hochglanz-Erotik, wird den Nacktanteil im Heft deutlich zurückfahren. Wie die New York Times (NYT) berichtet, wird der Playboy im Zuge eines für nächsten März geplanten Relaunches den Nacktanteil wesentlich reduzieren. Das bedeutet nicht, dass man keine schönen Frauen mehr zeigen wird, aber diese werden wohl nicht mehr ansatzweise so etwas wie pornografisch sein.

"Alles is nur einen Klick entfernt..."

Der Grund ist laut Chief Content Officer Cory Jones relativ einfach, denn Nacktheit ist schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr: "Man ist heutzutage nur einen Klick von jeder nur erdenklichen sexuellen Handlung entfernt und das alles ist auch noch kostenlos", sagte Playboy-CEO Scott Flanders gegenüber der NYT.

Man will im Print-Heft dem Beispiel der eigenen Webseite folgen: Denn dort wurde bereits im Vorjahr die Nacktheit verbannt. Und das mit Erfolg, denn laut Playboy konnte man dank dieser Strategie die Besucherzahlen vervierfachen, von vier Millionen Unique Visitors im Monat auf 16 Millionen.

Ebenso bedeutend oder vermutlich noch wichtiger: Playboy konnte damit den Altersschnitt der Besucher von 47 Jahren auf knapp über 30 senken - was aus Werbesicht von Relevanz ist. Ähnlich will man sich im gedruckten Magazin positionieren und eine Mischung aus Interviews, Fiktion und investigativem Journalismus bieten. Sex ist und bleibt ein Thema, aber das wird vor allem eines zum Lesen sein und weniger zum Gucken.
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