Schluss mit Gratisdiensten:
Mobilfunker wollen Werbung blockieren
Kostenlose Online-Dienste könnte es auf Smartphones in absehbarer Zukunft nicht mehr geben, wenn es den Mobilfunkbetreibern gelingt, ihre aktuellen Pläne durchzusetzen. Wie die britische Wirtschaftszeitung Financial Times berichtet, wollen sie die Auslieferung von Werbung an die Nutzer komplett unterbinden.
Das Vorhaben, das bereits konkrete Formen annimmt, dürfte eine neue Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung um Netzneutralität einläuten. Dem Bericht zufolge sollen bereits viele Mobilfunkbetreiber planen, die Durchleitung von Werbung durch ihre Datennetze zu blockieren. Ein europäischer Anbieter bestätigte gegenüber der Zeitung, die dafür nötige Technologie bereits installiert zu haben und sie noch in diesem Jahr anschalten zu wollen.
Die Technik dazu wird vor allem von Shine angeboten, einem Startup aus Israel. Zu den Investoren, die Geld in das Unternehmen steckten, gehört unter anderem Li Ka-shing, der Hutchison Whampoa, einen der weltweit größten Telekommunikationskonzerne kontrolliert und als reichster Mensch Asiens gilt. Laut Shine-Chef Roi Carthy wird es aber nicht bei dem einen Netzbetreiber bleiben. "Mehrere zehn Millionen Mobilfunkkunden werden noch in diesem Jahr auf einen Werbeblocker umgestellt", erklärte er. Infografik: Facebook vervierfacht Umsatz mit mobiler Werbung
Der fragliche europäische Betreiber, der nicht namentlich genannt wurde, will das Feature zunächst als Opt-in-Variante anbieten. Kunden können sich dann also melden und den Filter als Option zubuchen - ob dies eine Gebühr kosten wird, ist unklar aber möglich. Als Option behält man sich aber auch einen Schritt vor, der intern als "die Bombe" bezeichnet wird: Eine generelle Blockade der Durchleitung von Anzeigen.
Allerdings ist man sich bewusst, dass die Anschaltung des Filters auch Probleme mit sich bringen kann - sowohl juristische als auch beim Image. Zumindest in den USA wäre dies nach aktueller Rechtslage eindeutig illegal. Die dort verabschiedeten Regelungen zur Netzneutralität verpflichten den Netzbetreiber, alle Internet-Daten in ihren Netzen gleichrangig durchzuleiten. Eine Bevorzugung bestimmter Dienste ist also ebenso untersagt wie die Drosselung oder Sperrung anderer. In Europa gibt es hier aber noch keine eindeutigen Regelungen.
Für die Nutzer hört sich ein genereller Werbeblocker im ersten Moment gut an. Doch wäre ein solcher wohl das Ende aller kostenlosen Online-Angebote. So finanziert sich Facebook beispielsweise inzwischen zum größten Teil durch Werbung, die auf Smartphones ausgeliefert wird. Aber auch bei Google gehören Anzeigen fest zum Geschäftsmodell, mit dem beispielsweise die Android-Entwicklung querfinanziert wird. Nicht zuletzt können auch tausende anderer Gratis-Angebote von Apps bis zu Webseiten - so auch WinFuture.de - ohne die Gegenfinanzierung durch Werbung nicht bereitgestellt werden. Infografik: Wie AdBlocker das Internet zerstören
Die Technik dazu wird vor allem von Shine angeboten, einem Startup aus Israel. Zu den Investoren, die Geld in das Unternehmen steckten, gehört unter anderem Li Ka-shing, der Hutchison Whampoa, einen der weltweit größten Telekommunikationskonzerne kontrolliert und als reichster Mensch Asiens gilt. Laut Shine-Chef Roi Carthy wird es aber nicht bei dem einen Netzbetreiber bleiben. "Mehrere zehn Millionen Mobilfunkkunden werden noch in diesem Jahr auf einen Werbeblocker umgestellt", erklärte er. Infografik: Facebook vervierfacht Umsatz mit mobiler Werbung
Der fragliche europäische Betreiber, der nicht namentlich genannt wurde, will das Feature zunächst als Opt-in-Variante anbieten. Kunden können sich dann also melden und den Filter als Option zubuchen - ob dies eine Gebühr kosten wird, ist unklar aber möglich. Als Option behält man sich aber auch einen Schritt vor, der intern als "die Bombe" bezeichnet wird: Eine generelle Blockade der Durchleitung von Anzeigen.
Druckmittel gegen Netzneutralität
Dies wäre beispielsweise ein starkes Druckmittel gegen große Anbieter wie Google inklusive seiner Tochter YouTube. Die Netzbetreiber versuchen schon länger, umsatzstarke Internet-Unternehmen dazu zu bringen, ihnen einen Teil ihrer Einnahmen abzugeben - sozusagen als Gegenleistung für den Weg zum Nutzer, die ihrerseits bereits für ihre Internet-Anbindung zahlen.Allerdings ist man sich bewusst, dass die Anschaltung des Filters auch Probleme mit sich bringen kann - sowohl juristische als auch beim Image. Zumindest in den USA wäre dies nach aktueller Rechtslage eindeutig illegal. Die dort verabschiedeten Regelungen zur Netzneutralität verpflichten den Netzbetreiber, alle Internet-Daten in ihren Netzen gleichrangig durchzuleiten. Eine Bevorzugung bestimmter Dienste ist also ebenso untersagt wie die Drosselung oder Sperrung anderer. In Europa gibt es hier aber noch keine eindeutigen Regelungen.
Für die Nutzer hört sich ein genereller Werbeblocker im ersten Moment gut an. Doch wäre ein solcher wohl das Ende aller kostenlosen Online-Angebote. So finanziert sich Facebook beispielsweise inzwischen zum größten Teil durch Werbung, die auf Smartphones ausgeliefert wird. Aber auch bei Google gehören Anzeigen fest zum Geschäftsmodell, mit dem beispielsweise die Android-Entwicklung querfinanziert wird. Nicht zuletzt können auch tausende anderer Gratis-Angebote von Apps bis zu Webseiten - so auch WinFuture.de - ohne die Gegenfinanzierung durch Werbung nicht bereitgestellt werden. Infografik: Wie AdBlocker das Internet zerstören
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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