Psychologe: Videospiele & Pornos sind schuld an Männlichkeitskrise
Manch einer meint, das männliche Selbstbewusstsein würde durch starke Frauen im Allgemeinen und den Feminismus im Besonderen angekratzt. Einer der berühmtesten Psychologen sieht die Ursache jedoch eher in einer selbst verschuldeten Hinwendung zu Computerspielen und Pornografie im Internet.
Phillip Zimbardo wurde in den 1970ern durch das Stanford-Prison-Experiment bekannt und lehrte viele Jahre an der Stanford University. Zuletzt war er an einer Untersuchung beteiligt, bei der rund 20.000 junge Männer genauer unter die Lupe genommen wurden und welche Rolle Spiele und Pornos in ihrem Leben spielen. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass das Problem nicht an den Inhalten an sich liegt, sondern meist in einer gewissen sozialen Isolation, die mit ihnen einhergeht.
Überspitzt fasste Zimbardo die sich dabei abzeichnende Situation der Untersuchungsobjekte in einem Interview mit der britischen BBC folgendermaßen zusammen: "Unser Focus lag bei jungen Männern, die exzessiv Videospiele nutzen - und dies in sozialer Isolation, sie sind allein in ihrem Zimmer. Und da jetzt Pornografie frei verfügbar ist - eine bisher einmalige Sache in der Geschichte - kommt es zusammen, dass sie Videospiele spielen und als Pause im Durchschnitt pro Woche zwei Stunden Pornos konsumieren."
Als Beispiel führte er die Aussage eines Teilnehmers an der Untersuchung an, der erklärte: "Wenn ich in der Schule bin, wünschte ich mir, World of Warcraft zu spielen. Wenn ich mit einem Mädchen zusammen bin, würde ich lieber einen Porno sehen, weil ich dort nie zurückgewiesen werde." Dies sei in der Ausprägung, in der es heute zu beobachten ist, ein relativ neues Phänomen, von dem vor allem junge Männer betroffen seien. Infografik: Das Jahr 2014 bei Pornhub
Das Problem bestehe darin, dass das Verhalten, das aus solch einer Denkart entspringt, die Gehirnfunktionen beeinflusst. "Es beginnt, das Belohnungszentrum im Gehirn anzupassen und produziert eine andere Art von Glück und Sucht. Was ich sagen will: Die Gehirne der Jungen werden digital neu verdrahtet." Ein Ergebnis dessen sei das etwas paradoxe Phänomen einer pornoinduzierten erektilen Dysfunktion, bei der sexuelle Erregung letztlich nicht mehr von Videos hervorgerufen wird, die eigentlich genau dafür gedacht sind.
Infografik: Beliebteste Porno-Darstellerinnen 2014
Zum Thema: Pornhub: Geballte Daten zur Porno-Nutzung im Jahr 2014
Überspitzt fasste Zimbardo die sich dabei abzeichnende Situation der Untersuchungsobjekte in einem Interview mit der britischen BBC folgendermaßen zusammen: "Unser Focus lag bei jungen Männern, die exzessiv Videospiele nutzen - und dies in sozialer Isolation, sie sind allein in ihrem Zimmer. Und da jetzt Pornografie frei verfügbar ist - eine bisher einmalige Sache in der Geschichte - kommt es zusammen, dass sie Videospiele spielen und als Pause im Durchschnitt pro Woche zwei Stunden Pornos konsumieren."
Sucht ist keine Frage der Zeit
Man könne, so sein Fazit, innerhalb einer bestimmten Gruppe bereits von einer Krise sprechen. Es gebe eine relativ hohe Zahl von jungen Männern, die Zeichen einer neuen Form von Abhängigkeit zeigen. Er warnte allerdings davor, das nur am zeitlichen Faktor zu messen. So habe er eine Mutter kennengelernt, die davon berichtete, dass ihr Sohn problemlos 15 Stunden am Tag mit Videospielen verbringt. "'Exzess' misst sich für mich aber nicht an der Stundenzahl, es geht um eine psychologisch relevante Veränderung in der Geisteshaltung", so Zimbardo.Als Beispiel führte er die Aussage eines Teilnehmers an der Untersuchung an, der erklärte: "Wenn ich in der Schule bin, wünschte ich mir, World of Warcraft zu spielen. Wenn ich mit einem Mädchen zusammen bin, würde ich lieber einen Porno sehen, weil ich dort nie zurückgewiesen werde." Dies sei in der Ausprägung, in der es heute zu beobachten ist, ein relativ neues Phänomen, von dem vor allem junge Männer betroffen seien. Infografik: Das Jahr 2014 bei Pornhub
Das Problem bestehe darin, dass das Verhalten, das aus solch einer Denkart entspringt, die Gehirnfunktionen beeinflusst. "Es beginnt, das Belohnungszentrum im Gehirn anzupassen und produziert eine andere Art von Glück und Sucht. Was ich sagen will: Die Gehirne der Jungen werden digital neu verdrahtet." Ein Ergebnis dessen sei das etwas paradoxe Phänomen einer pornoinduzierten erektilen Dysfunktion, bei der sexuelle Erregung letztlich nicht mehr von Videos hervorgerufen wird, die eigentlich genau dafür gedacht sind.
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Zum Thema: Pornhub: Geballte Daten zur Porno-Nutzung im Jahr 2014
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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