Google zieht wohl sein Programmierer-Team aus Russland ab

Der Suchmaschinenkonzern Google zieht seine Entwicklungs-Teams komplett aus Russland ab. Hintergrund dessen sind neue, restriktive Gesetzgebungen für die Speicherung von Daten. Die Entscheidung soll dabei allerdings nicht zu Lasten der russischen Programmierer gehen, hieß es.
Google, Mitarbeiter, Büro
Google
Google ist seit 2006 mit einer eigenen Landesniederlassung in Russland präsent. Nun sollen allerdings alle ausländischen Technologie-Unternehmen verpflichtet werden, sämtliche Informationen, die von russischen Nutzern gespeichert werden, ausschließlich auf Servern vorzuhalten, die in Russland stehen. Mit einer solchen Regelung will sich Google aber nicht abfinden, berichtete das Magazin The Information unter Berufung auf informierte Kreise.

In einer Stellungnahme erklärte Google, dass man den Nutzern und Kunden in Russland verbunden ist und weiterhin ein Team im Land halten wird, das für Support-Fragen zuständig ist. Auf die Gruppe von Entwicklern wurde allerdings nicht explizit eingegangen, obwohl eigentlich nach diesen gefragt wurde. Das kann quasi als Bestätigung der Berichte aufgefasst werden.

Aktuell arbeiten in dem Land rund 50 Programmierer für den Konzern. Diese will man allerdings nicht entlassen. Sie erhalten den Angaben zufolge vielmehr das Angebot, ihre Arbeit in einer anderen Niederlassung des Unternehmens fortzusetzen - beispielsweise in den USA oder in Europa. Dies dürfte auch bedeuten, dass das Unternehmen sich dann um die notwendigen bürokratischen Schritte kümmern wird.

Aufgrund der neuen Gesetzgebung sind auch schon andere ausländische IT-Unternehmen aus dem Land abgezogen, darunter Adobe. Doch nicht nur das - auch einige ursprünglich russische Internet-Unternehmen haben ihren Sitz in andere Länder verlegt. Der Gesetzgeber hatte die neue Regelung damit begründet, den Datenschutz verbessern zu wollen. Doch glauben die Betroffenen, dass hier eher andere Aspekte eine Rolle spielen. Denn die Regelung war Bestandteil eines ganzen Gesetzespaketes, mit dem Restriktionen gegen verschiedene Online-Aktivitäten eingeführt wurden. So müssen sich beispielsweise auch Blogs beim Staat registrieren, wenn ihre Besucherzahlen auf über 3.000 am Tag steigen.
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