Spaniens kompromisslose 'Google Steuer' ist beschlossene Sache
In Spanien wurde in dieser Woche eine Urheberrechtsreform vom Parlament abgenickt, die allgemein als "Google Steuer" bekannt geworden ist. Ähnlich wie der deutsche Vorstoß zum Leistungsschutzrecht verpflichtet das neue Gesetz in Spanien Suchmaschinenbetreiber wie Google unter anderem für die Anzeige von Textsnippets zu zahlen.
Anders als es Deutschland mit dem Leistungsschutzrecht regelt, will Spanien Google aber grundsätzlich zu Kasse bitten - ein Verzicht der Verlage gegenüber Google und Co ist nicht zulässig und wurde extra im Gesetz festgeschrieben. In Deutschland hatten sich die VG Media als Rechtsvertreter für zahlreiche Verleger mit Google "geeinigt" und auf eine Berechnung für die Nutzung verzichtet. Zudem wird eine Lizenzzahlung der Suchmaschinenbetreiber in jedem Fall fällig, wenn auf ein urheberrechtlich geschütztes Werk verwiesen wird: also nicht nur bei der Anzeige von Textsnippets (zB. Google News Anlauftexte) oder Bildern, sondern schon bei der einfachen Anzeige des Hyperlinks in der Suchanfrage. Damit kann die neue Regelung auf nahezu alle Inhalte eines Suchmaschinenanbieters angewendet werden.
Um deren Rechte zu wahren wird nun schon das Setzen eines Links auf urheberrechtlich geschützte Werke kostenpflichtig. Die Höhe der Zahlungen wurde allerdings bislang noch nicht festgeschrieben. Zunächst sah die Gesetzesnovelle vor, es den Rechteinhabern selbst zu überlassen, ob eine Zahlung eingefordert wird oder nicht, nun ist der Verzicht nicht zulässig. Ob die spanische Regierung aus dem Debakel mit dem deutschen Leistungsschutzrecht gelernt hat, ist allerdings nicht klar.
Die neuen Vorgaben des LPI sehen zudem hohe Strafen vor. Bis zu 300.000 Euro Geldstrafe oder bis zu sechs Jahre Haft sieht das neue Gesetz vor.
Für die Medienlandschaft bedeutet es auf jeden Fall einen großen Einschnitt. Fraglich ist zum Beispiel, wie der neue Anspruch von Privatleuten die Blogs oder Foren betreiben durchgesetzt werden kann. Ebenso ist unklar, wie Google als Suchmaschinen-Marktführer auf die Neuerung reagieren wird. Gespräche, um sich im Vorfeld mit den Verlagen zu einigen, waren fehlgeschlagen. In Frankreich konnte der Konzern ein ähnlich weitreichendes Vergütungsrecht für urheberrechtlich geschützte Werke durch die Zahlung einer Lizenz abwenden.
Verschärfung des Urheberrechts
Die spanische Regierung hatte die "Ley de Propriedad Intelectual" (kurz LPI) vor allem als Verschärfung des Urheberrechts aufgelegt. Nach einer Erhebung der Regierung stammen 84 Prozent aller Entertainment-Inhalte (Musik, Filme, Bücher) aus illegalen Quellen.Um deren Rechte zu wahren wird nun schon das Setzen eines Links auf urheberrechtlich geschützte Werke kostenpflichtig. Die Höhe der Zahlungen wurde allerdings bislang noch nicht festgeschrieben. Zunächst sah die Gesetzesnovelle vor, es den Rechteinhabern selbst zu überlassen, ob eine Zahlung eingefordert wird oder nicht, nun ist der Verzicht nicht zulässig. Ob die spanische Regierung aus dem Debakel mit dem deutschen Leistungsschutzrecht gelernt hat, ist allerdings nicht klar.
Die neuen Vorgaben des LPI sehen zudem hohe Strafen vor. Bis zu 300.000 Euro Geldstrafe oder bis zu sechs Jahre Haft sieht das neue Gesetz vor.
Für die Medienlandschaft bedeutet es auf jeden Fall einen großen Einschnitt. Fraglich ist zum Beispiel, wie der neue Anspruch von Privatleuten die Blogs oder Foren betreiben durchgesetzt werden kann. Ebenso ist unklar, wie Google als Suchmaschinen-Marktführer auf die Neuerung reagieren wird. Gespräche, um sich im Vorfeld mit den Verlagen zu einigen, waren fehlgeschlagen. In Frankreich konnte der Konzern ein ähnlich weitreichendes Vergütungsrecht für urheberrechtlich geschützte Werke durch die Zahlung einer Lizenz abwenden.
Thema:
Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
Aktuelle Filesharing-Downloads
Videos zum Thema
Beiträge aus dem Forum
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- Von KI-Slop überschwemmt: Google pausiert Bug-Bounty-Programm
- KI-Agenten außer Kontrolle: Wikipedia-Betreiber kritisieren OpenAI
- Leak zum Google Pixel 12: Erste Details zum Line-up für das Jahr 2027
- KI-Boom treibt Nvidia: Chipkonzern nähert sich 6-Billionen-Dollar-Wert
- Blitz-Deals: Media Markt & Saturn kontern Amazon mit starken Rabatten
- Nobelpreis für Physik: Francis Halzen ebnet Weg für neue Astronomie
- Formel 1 in Google Maps: Nutzer fahren nun im McLaren-Rennwagen
Videos
Beliebte Downloads
Beliebte Nachrichten
Meist kommentierte Nachrichten
Forum
-
Darktable die freie Software zur Aufbereitung
d-hubs - Heute 00:05 Uhr -
LibreOffice News: V 26.8.1 freigegeben
rawjpeg - Gestern 13:30 Uhr -
WPP-kompatible Etikettendrucker
rawjpeg - Gestern 13:28 Uhr -
Wie alt sollte ein MacBook höchstens sein?
riq - Gestern 09:47 Uhr -
removed-paywall-Links erlaubt?
rawjpeg - Vorgestern 22:39 Uhr
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen