Patentkriege auch in der Spielebranche:
Capcom will Geld sehen

Auch in der Spieleindustrie wird mit Patenten auf nicht gerade bahnbrechende Erfindungen gegen Konkurrenten vorgegangen. Aktuell soll der japanische Hersteller Capcom, der für verschiedene Kultserien bekannt ist, hohe Schadensersatzforderungen vor Gericht bringen.
Usa, USPTO, United States Patent and Trademark Office
Wikipedia
Die Klage richtet sich gegen den Wettbewerber Koei Tecmo Games, dem die Verletzung von zwei Patenten vorgeworfen wird. Die Verstöße sollen sich unter anderem im Spiel "Samurai Warriors: Xtreme Legends" sowie in 49 weiteren Titeln finden lassen, berichteten die Magazine Sankei und Siliconera.

Hierbei soll es unter anderem um ein Verfahren gehen, das dem Spieler neue Inhalte erschließt, wenn das jeweilige Spiel mit einer Erweiterung versehen wird. Capcom will sich die Rechte darauf im Jahr 2002 patentiert haben lassen. Die Forderungen beziehen sich nun offenbar darauf, dass auch "Samurai Warriors : Xtreme Legends" mit Expansion Discs ausgebaut werden konnte.

Allerdings scheint fraglich, ob ein solches Patent letztlich einer gerichtlichen Prüfung standhalten kann. Denn Spiele-Hersteller, die Erweiterungen für ihre Original-Titel auf den Markt bringen, gab es klar auch schon in den 1990er Jahren. Sollte sich Capcom allerdings durchsetzen können, dürften hier auch Forderungen auf viele andere Unternehmen aus der Branche zukommen.

Hohe Forderungen

Aber auch ein weiteres Patent wird vom Kläger ins Feld geführt. Dabei geht es um ein Feature, das den Controller zum Vibrieren bringt, wenn sich ein Feind dem Spielcharakter nähert. Die nach Capcoms Ansicht unbefugte Nutzung der beiden Verfahren soll nicht unwesentlich zum kommerziellen Erfolg der Spiele des Prozessgegners beigetragen haben. Dafür will das Unternehmen nun Schadensersatz in Höhe von mehr als 7 Millionen Euro sehen, was Schätzungen zufolge immerhin 5 bis 10 Prozent des Umsatzes ausmachen würde, den Koei Tecmo Games mit den aufgeführten Titeln machte.
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