Linus Torvalds will immer noch den Personal Computer erobern

Linux ist zwar inzwischen nahezu allgegenwärtig, doch seinen Vater Linus Torvalds wurmt es nach wie vor, den klassischen Personal Computer nicht erobert zu haben. Dieser wird traditionell weiter von einem Konkurrenten, nämlich Microsofts Windows, beherrscht. Linux fristete lange ein Nischendasein in der Computing-Welt und konnte sich vor allem auf kleineren und mittleren Servern etablieren. Inzwischen sieht das komplett anders aus. Es bildet die Basis für die inzwischen wohl größte Plattform überhaupt: Der Kernel steckt immerhin in jedem der hunderten Millionen Android-Geräte, die weltweit im Einsatz sind.

Als Linus Torvalds auf der Konferenz LinuxCon nach dem Hinweis, dass Linux fast schon in allen Bereichen läuft, gefragt wurde, was denn wohl das nächste sei, antwortete er laut einem Bericht der eWeek schlicht: "Ich will immer noch den Desktop." Die Community rund um das freie Betriebssystem will hier seit vielen Jahren endlich eine signifikante Rolle spielen, was bisher aber nicht funktioniert hat.

Dabei, so erklärte Torvalds, liege ein Erfolg nicht einmal unbedingt in der Hand seines Teams von Kernel-Entwicklern. "Das ist ein Problem der gesamten Infrastruktur", erklärte er. Es müssen also von verschiedensten Seiten Impulse kommen, damit der Anteil von PCs und Notebooks, die mit Linux betrieben werden, einen nennenswerten Umfang erreicht. Um Microsoft wirklich etwas entgegensetzen zu können, genügt es eben nicht, wenn das System selbst gut und auch für unversierte Nutzer zu bedienen ist. Benötigt wird auch die Unterstützung von PC-Herstellern und -Distributoren, von Dienstleistern und verschiedenen weiteren Teilen der Software-Industrie.

Und auch wenn die Bedeutung des PCs in letzter Zeit gesunken ist, will sich Torvalds nicht damit zufrieden geben, es auf dieser Plattform nicht geschafft zu haben. Er zeigte sich weiterhin zuversichtlich, eines Tages an einen Punkt zu kommen, an dem das Umfeld soweit passt, dass Linux auch auf dem Desktop einen ordentlichen Schub bekommen wird. "Wir werden es eines Tages schaffen", ermutigte er die anwesenden Linux-Entwickler.
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