Facebook soll hunderte "Psycho-Experimente" durchgeführt haben

Vergangenes Wochenende wurde bekannt, dass das soziale Netzwerk Anfang 2012 heimlich knapp 700.000 Nutzer-Newsfeeds manipuliert hat. Facebook verteidigt die vom "Data Science"-Team durchgeführten Versuche mit dem Umstand, dass man sein Angebot lediglich verbessern will. Und das ist mitnichten ein Einzelfall.
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Das zu "Forschungszwecken" von Facebook durchgeführte Experiment erhitzt nach wie vor die Gemüter und es scheint, als wäre der jüngste Auslöser nur die Spitze des Eisberges: Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, hat Facebook seit der Installation seines "Data Science"-Teams im Jahr 2007 "hunderte solcher Tests" durchgeführt.

Das WSJ schreibt, dass die Facebook-Datenforscher bei ihrer Arbeit bis vor kurzem kaum Grenzen kannten. Ein ehemaliges Mitglied dieser rund 30-köpfigen Gruppe verriet, dass die Facebook-Forscher praktisch alles machen konnten, was ihnen einfiel. Man berief sich stets auf die AGB und "Verbesserungen" des Dienstes. Erst Mitte 2012 wurde dort ein Passus nachgereicht, der explizit von Forschungszwecken sprach.

Nutzer werden immer wieder angeschwindelt

Die Wirtschaftstageszeitung beschreibt auch einen solchen Test: So hätten zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt mehrere tausend Facebook-Nutzer eine System-Nachricht erhalten, die ihnen mitteilte, dass sie ab sofort geblockt würden.

Die (anscheinend) automatisierte Mitteilung teilte dem Nutzer mit, dass Facebook annehmen würde, dass dieser ein Bot sei oder einen Fake-Namen verwende. Betroffene sollten sich zurückmelden und beweisen, dass sie echte Menschen seien. Allerdings wusste Facebook von Anfang an, dass die Empfänger legitime Anwender sind, man wollte damit einen Anti-Betrugsmechanismus testen.

Erwähnt werden außerdem Tests zur Bestimmung dessen, wie Familienmitglieder miteinander kommunizieren, auch wollte Facebook einmal herausfinden, wie Einsamkeit entsteht. 2010 wurde ein Versuch durchgeführt, bei dem 61 Millionen (US-)Nutzer politische Botschaften erhielten, so sollte festgestellt werden, ob das einen Einfluss auf Kongresswahlen zur Folge hat.
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