Firefox muss DRM einbauen, Mozilla ist darüber aber nicht glücklich

Der Mozilla-Browser will vor allem ein "offenes Web" fördern, doch von Zeit zu Zeit muss man auch beim Firefox unpopuläre Maßnahmen durchführen. So wie jetzt, man habe "keine Wahl" als die W3C-Spezifikation EME, ein Kopierschutz im Zusammenhang mit HTML 5, umzusetzen. "Digital Rights Management (DRM) ist eine komplizierte Angelegenheit", erklärt Mozillas Chief Technology Officer (CTO) Andreas Gal in einem Blog-Beitrag gleich zu Beginn. Einerseits wollen Rechteinhaber die technische Möglichkeit haben, zu kontrollieren, wie und ob ihre Inhalte über das Netz geteilt werden. Andererseits sei die aktuelle DRM-Generation "übermäßig beschwerlich", da solche Maßnahmen auch die rechtmäßige Nutzung eines Inhalts auf unterschiedlichen Geräten des Anwenders verhindern, schreibt Gal.

Encrypted Media Extensions

2013 haben sich Google und Microsoft mit diversen Content-Anbietern wie Netflix verbündet, um eine "eingebaute" DRM-Erweiterung für das Web umzusetzen: die Encrypted Media Extensions (EME). Die EME-Spezifikationen des W3C definieren den Einsatz des Video-HTML5-Elements und zwar mit Hilfe des von Adobe zur Verfügung gestellten Content Decryption Module (CDM).

Mozilla wie auch die Cyber-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) kritisieren die Standardisierung einer bzw. dieser DRM-Lösung vor allem deshalb, weil auch diese Lösung den Inhalt an ein bestimmtes Gerät bindet. Mozilla hätte lieber andere Kopierschutz-Lösungen wie Wasserzeichen gehabt, muss sich nun aber dem Druck der Industrie beugen.

Denn Microsoft und Google haben EME schon umgesetzt, eine Weigerung der Macher von Firefox würde zur Folge haben, dass Nutzer, die etwa auf den beliebten Netflix-Dienst zugreifen wollen, dies nicht könnten. Man befürchtet bei Mozilla deshalb eine Abwanderung in Richtung Chrome oder IE.

CDM kommt in eine Sandbox

Man habe sich deshalb schweren Herzens dazu entscheiden (Gal: "Es war schwierig und wir fühlen uns unbehaglich dabei"), die EME-Spezifikationen in den Mozilla-Produkten umzusetzen, den Anfang macht der Desktop-Firefox. Die CDM-Sandbox-Lösung von FirefoxDie Funktionsweise der CDM-Sandbox Laut Gal versuche man aber dennoch, den schmalen Grat zwischen Industrie-Vorgaben und den Wünschen der Nutzer nach Offenheit und Transparenz zu finden, schreibt der CTO. Deshalb kommt das CDM-Modul in eine (Open-Source-)Sandbox, damit es weder auf die Nutzer-Festplatte noch auf das Netzwerk zugreifen kann.

Gal gibt an, dass man mit dieser DRM-Integration zwar alles andere als glücklich ist, die Sandbox-Lösung aber zumindest das kleinste Übel sei. Er kann aber auch Positives entdecken, da direkter DRM-Support viele Web-Plugins überflüssig machen wird, Gal hat auch die Hoffnung, dass diese einmal ganz verschwinden werden.
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