WhatsApp-Übernahme begann bei deutschem Bäcker

Für den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war es ein ein längeres Stück Arbeit, die Übernahme des WhatsApp-Messengers einzutüten. Die Akquisition war keine Sache der letzten Wochen oder Monate.
Facebook, Mark Zuckerberg, Börse
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Laut einem Bericht des US-Magazins Forbes hatte Zuckerberg den WhatsApp-Gründer Jan Koum bereits vor gut zwei Jahren, im Frühjahr 2012, um ein Treffen gebeten. Dieser reagierte erst einmal ausweichend. Immerhin seien zu jenem Zeitpunkt fast täglich Anfragen von Investoren hereingekommen, die eine Beteiligung haben wollten, und verkaufen wollte Koum ohnehin nicht.

Zuckerberg soll sich allerdings nicht einfach mit Ausflüchten einer bevorstehenden Reise und viel anstehender Arbeit abspeisen lassen haben. Koum leitete eine seiner E-Mail daher an seinen Partner Brian Acton sowie an Jim Goetz von Sequoia Capital weiter, wobei er sich etwas genervt über die Hartnäckigkeit von Zuckerberg beklagte. Acton riet allerdings, die Einladung anzunehmen. "Wenn jemand wie Mark dich direkt kontaktiert, antwortest du besser", schrieb er.

So kam es dann doch zu einem Treffen in Esther’s German Bakery, einem von Deutschen betriebenen Bäcker mit einer diskreten Terrasse im Innenhof. Zuckerberg eröffnete Koum hier erstmals, dass er eine Zusammenlegung ihrer beiden Unternehmen im Sinn habe.

Damit begann letztlich aber ein Prozess, in dem Zuckerberg immerhin zwei Jahre lang immer wieder um WhatsApp werben musste. Dass Koum irgendwann dann doch einem Deal zustimmte, soll auch daran gelegen haben, dass sich die beiden Firmenbesitzer während ihrer Treffen letztlich auch persönlich angefreundet haben. Trotzdem ging es in den letzten Minuten dann doch noch einmal eilig zur Sache, weil Koum in den abschließenden Verhandlungen zur Eile drängte - immerhin stand seine Abreise zum Mobile World Congress in Barcelona kurz bevor und er war nicht bereit, die bereits gekauften Flugtickets verfallen zu lassen.

Die zwei Jahre endeten so mit der 19 Milliarden Dollar schweren Übernahme. Koums Partner Acton, dessen Bewerbung um einen Job bei Facebook einst zurückgewiesen wurde, wird nach Abschluss des Deals und Zahlung der Steuern so rund 3 Milliarden Dollar Vermögen hinzubekommen. Sequoia Capital, der einzige Investor, der an dem Deal beteiligt war, geht mit 3,5 Milliarden Dollar aus der Übernahme heraus - also etwa dem 60-Fachen der 58 Millionen Dollar, die man bisher in WhatsApp investiert hatte.
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