Cisco stellt H.264 unter Open-Source-Lizenz bereit

In Kürze will der Netzwerkspezialist Cisco den Videocodec H.264 als Open-Source-Lizenz zur Verfügung stellen. Experten rechnen damit, dass dieser Schritt Cisco etwa 6,5 Millionen Dollar pro Jahr kosten werde.
Logo, Cisco, Netzwerkausrüster
Cisco
Mit dem Videocodec H.264 als BSD-Lizenz wird Entwicklern eine kostenlose Verfügbarkeit angeboten: Wie Cisco mitteilte, wird das Unternehmen diese Möglichkeit schon bald eröffnen.

Cisco wird die hauseigene Umsetzung von OpenH.264 als Binärpaket für Windows, Mac OS X, Linux und Android veröffentlichen. Entwicklern wird es damit ermöglicht, den Codec solang kostenfrei zu nutzen, wie sie nicht selbst Änderungen am Code durchführen. Dann wären sie verpflichtet, die Lizenzgebühren, die ansonsten Cisco trägt, an die MPEG LA (MPEG Licensing Administration) zu zahlen.

Eine der ersten großen Unternehmen, die die neue Open-Source-Lizenzierung nutzen werden, ist Mozilla: Man werde H.264-Unterstützung für den Webbrowser Firefox freigeben. Geplant sei aktuell eine Einbindung, die die nötigen Codes nachlädt, außer, wenn der Nutzer etwas anderes per Einstellungen festlegt. Die ersten Firefox-Versionen mit OpenH.264 könnten bereits im Frühjahr 2014 erscheinen.

Christopher Montgomery, Entwickler bei Mozilla, schätzt, dass dieser Schritt Cisco pro Jahr um die 6,5 Millionen Dollar kosten könnte.

Google versucht bereits seit einigen Jahren, seinen eigenen Open-Source-Codec VP8 als Standard für Web-Streaming und WebRTC zu etablieren. Ob die Ankündigung von Cisco nun zu weiteren Machtverschiebungen beim "Codec-Kampf" führt, bleibt abzuwarten. Firefox will VP8 auf jeden Fall weiterhin unterstützen.
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