Drohnen-Spionagefall:
Fäden laufen zu ISI & Taliban
In dem gerade erst bekannt gewordenen Spionagefall, in dem ein pakistanischer Wissenschaftler verhaftet wurde, war wohl das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Zielobjekt.
Das geht aus Informationen hervor, die das Nachrichtenmagazin 'Focus' in seiner heutigen Ausgabe veröffentlichte. Außerdem wird inzwischen davon ausgegangen, dass es sich bei dem Verdächtigen Umar R. um einen Agenten des pakistanischen Geheimdienst handelte. Damit hätte die Angelegenheit deutlich weitreichendere Wirkung als "normale" Wirtschaftsspionage.
Die Bundesanwaltschaft hatte sich bislang geweigert, das ausgespähte Unternehmen zu nennen. Quellen in Sicherheitskreisen in Berlin sollen nun aber gegenüber dem Magazin bestätigt haben, dass es hier um das DLR geht.
Umar R., ein 28-jähriger Diplom-Ingenieur und früherer DLR-Werksstudent, wird verdächtigt, in der Bremer Forschungsabteilung militärisch nutzbare Hochtechnologe beschafft zu haben. Darunter war laut dem Bericht auch Steuerungstechnik von Überwachungsdrohnen, wie sie von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt werden.
Auftraggeber von Umar R. soll demnach Pakistans Geheimdienst ISI sein, der enge Beziehungen zu den afghanischen Taliban unterhält. Aufgrund der beschafften sensiblen Drohnen-Dossiers könnten Aufständische am Hindukusch von R.s Spionage profitieren. "Das wäre ein Kracher für die Terroristen", sagte ein Ermittler des Landeskriminalamts Bremen gegenüber dem 'Focus'. DLR-Sprecherin Sabine Hoffmann wollte sich auf Anfrage zu dem Spionagefall nicht äußern.
Die Militärs einer ganzen Reihe von NATO-Staaten sind in Afghanistan mit Drohnen aktiv. Detailliertere Einblicke in die Steuerungstechnik der Flugsysteme könnte dafür sorgen, dass Gegner deren Navigation stören und Einsätze damit weniger erfolgversprechend sind. Wie der Iran vor einiger Zeit zeigte, wäre es aber durchaus auch möglich, Drohnen komplett unter Kontrolle zu bringen und zu entführen.
Die Bundesanwaltschaft hatte sich bislang geweigert, das ausgespähte Unternehmen zu nennen. Quellen in Sicherheitskreisen in Berlin sollen nun aber gegenüber dem Magazin bestätigt haben, dass es hier um das DLR geht.
Umar R., ein 28-jähriger Diplom-Ingenieur und früherer DLR-Werksstudent, wird verdächtigt, in der Bremer Forschungsabteilung militärisch nutzbare Hochtechnologe beschafft zu haben. Darunter war laut dem Bericht auch Steuerungstechnik von Überwachungsdrohnen, wie sie von der Bundeswehr in Afghanistan eingesetzt werden.
Auftraggeber von Umar R. soll demnach Pakistans Geheimdienst ISI sein, der enge Beziehungen zu den afghanischen Taliban unterhält. Aufgrund der beschafften sensiblen Drohnen-Dossiers könnten Aufständische am Hindukusch von R.s Spionage profitieren. "Das wäre ein Kracher für die Terroristen", sagte ein Ermittler des Landeskriminalamts Bremen gegenüber dem 'Focus'. DLR-Sprecherin Sabine Hoffmann wollte sich auf Anfrage zu dem Spionagefall nicht äußern.
Die Militärs einer ganzen Reihe von NATO-Staaten sind in Afghanistan mit Drohnen aktiv. Detailliertere Einblicke in die Steuerungstechnik der Flugsysteme könnte dafür sorgen, dass Gegner deren Navigation stören und Einsätze damit weniger erfolgversprechend sind. Wie der Iran vor einiger Zeit zeigte, wäre es aber durchaus auch möglich, Drohnen komplett unter Kontrolle zu bringen und zu entführen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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