Illegale Kopien verursachen oft recht hohe Schäden

Wenn nicht nur der Kaufpreis einer Software-Lizenz in die Bewertung der Kosten einfließt, kann es durchaus teurer werden, eine auf den ersten Blick kostenlose illegale Kopie zu verwenden. Inzwischen ist etwa jeder dritte Rechner, auf dem Software aus zweifelhaften Quellen zu finden ist, auch mit Malware infiziert. Das ergab eine jetzt Veröffentlichte Untersuchung des Marktforschungs-Unternehmens IDC im Auftrag von Microsoft. Dieses Problem erstreckt sich sowohl über privat als auch in Unternehmen eingesetzte Rechner.

28 Millionen Stunden verbringen Privatnutzer in Deutschland außerdem mit der Beseitigung der Folgeschäden. Rechnet man diese Zeit mit üblichen Stundensätzen um, ergibt sich bereits ein spürbarer wirtschaftlicher Schaden. Unternehmen müssen hierzulande rund 2,7 Milliarden Euro aufwenden, um die so verursachten Probleme in den Griff zu bekommen.

Laut der Studie hat sich die Menge illegal kopierter Software seit 2006 verdreifacht. Ungeachtet zahlreicher kostenloser Dienste und einer neuen Angebotsvielfalt im Markt machen fehlende Lizenzen und gefälschte Software den Produzenten und Anwendern in der IT das Leben schwer. Denn die Anbieter entsprechender Programme handeln oft nicht zum Allgemeinwohl, sondern verfolgen selbst kommerzielle Interessen.

"In vielen Fällen stehlen Cyberkriminelle private und finanzielle Informationen, etwa durch die Aufzeichnung der Tastatureingaben oder die Fernsteuerung von Kamera und Mikrofon eines infizierten Computers - so bekommen sie Augen und Ohren in Konferenzräumen und Wohnzimmern", erklärte der Microsoft-Berater David Finn.

Weltweit enthielten mehr als Dreiviertel (78 Prozent) der heruntergeladenen Kopien Spyware zum Ausspähen von Nutzerinformationen und 36 Prozent wiesen Trojaner und Adware auf. Wichtigste Bezugsquelle für gefälschte Software in Deutschland ist das Internet: Gut 43 Prozent wird aus dem Netz heruntergeladen.

Die Hälfte davon (48 Prozent) verursacht in Folge ernsthafte Probleme. In 39 Prozent der Fälle verlangsamte gefälschte Software den PC und musste deinstalliert werden. 21 Prozent der PCs haben sich einen Virus eingefangen, und 18 Prozent der Nutzer in Deutschland mussten einen Totalverlust hinnehmen und die Festplatte neu formatieren. Das ist gleichzeitig auch die größte Sorge der deutschen Befragten - 51 Prozent fürchten Datenverlust, nur 27 Prozent hingegen Identitätsdiebstahl.
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