Speicher: Apple muss Samsungs neueste Preissteigerung hinnehmen

Apple muss sich zähneknirschend einem neuen Vertragsangebot Samsungs über die Lieferung von Speicherchips im kommenden Jahr beugen. Dieses ist mit deutlichen Preissteigerungen verbunden, was noch einmal auf die Produktpreise durchschlagen dürfte.

    Mindestens 30 Prozent mehr

    Nach Angaben des Leakers Semiconductor Insider soll Samsung Apple zukünftig rund 2 Dollar (etwa 1,70 Euro) pro Gigabit DRAM und 0,33 Dollar (etwa 28 Cent) pro Gigabit NAND berechnen. Diese Preise sollen ab dem ersten Quartal 2027 gültig sein. Sie entsprechen einer Steigerung um 30 bis 40 Prozent gegenüber den aktuellen, bereits sehr hohen Kosten für die Beschaffung der Komponenten.

    Hintergrund ist die weltweit hohe Nachfrage nach Speicherchips, die insbesondere durch den Ausbau von KI-Rechenzentren angetrieben wird. Die Betreiber benötigen große Mengen an Arbeitsspeicher und Flash-Speicher, wodurch das verfügbare Angebot knapper und die Preise auf dem Beschaffungsmarkt höher werden.


    Apple konnte die gestiegenen Kosten zunächst weitgehend abfedern. Im Juni erhöhte der Konzern jedoch die Preise für Macs und iPads. Auch bei den iPhones wurden in diesem Monat die Preise je nach Modell um 100 bis 500 Dollar (etwa 85 bis 425 Euro) angehoben. Die hohen Speicherkosten gelten zudem als einer der Faktoren für den Einstiegspreis des neuen iPhone Duo von 1999 Dollar (etwa 1700 Euro).

    Zunächst war unklar, ob Apple den von Samsung genannten Konditionen überhaupt zustimmen würde. Laut einem Bericht des Branchenblattes DigiTimes hat der Konzern den höheren Preisen inzwischen jedoch zugestimmt. Das Portal gilt zwar als nicht immer zuverlässige Quelle für Apple-Gerüchte, verfügt aber über beste Verbindungen zu den Lieferketten und bei Informationen zu Industrievereinbarungen.

    Wirkung auf Gerätepreise noch unklar

    Ob Apple die höheren Einkaufskosten 2027 direkt an die Kunden weitergibt, ist noch offen. Für kommende günstigere Modelle könnte die Entwicklung allerdings problematisch werden. Im Frühjahr werden unter anderem das iPhone 18 und das iPhone 18e erwartet. Gerade das iPhone 18e dürfte sich schwerer als preisgünstiges Modell positionieren lassen, sollte Apple den Einstiegspreis erneut erhöhen.

    Ein Wechsel zu Android dürfte für die Verbraucher das Problem nicht grundsätzlich lösen. Die Speicherpreise betreffen die gesamte Branche. Laut Semiconductor Insider soll Apples neuer Vertrag sogar als eine Art Untergrenze für andere Hersteller gelten. Aufgrund seiner großen Abnahmemengen verfügt Apple über eine starke Verhandlungsposition und erhält häufig besonders günstige Konditionen. Andere Smartphone-Hersteller könnten daher mit ähnlich hohen oder sogar höheren Kosten konfrontiert werden.

    Zusammenfassung
    • Samsung verlangt ab Anfang 2027 deutlich höhere Speicherpreise von Apple
    • Die Kosten für DRAM und NAND steigen um mindestens 30 bis 40 Prozent
    • Der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren treibt die Nachfrage enorm an
    • Apple hat den neuen und teureren Konditionen von Samsung zugestimmt
    • Auswirkungen auf künftige Verkaufspreise für Endkunden sind noch offen
    • Auch andere Smartphone-Hersteller müssen wohl mit Preissteigerungen leben

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