Gaming-Krise: Darum entlassen japanische Studios kaum Personal

Warum entlassen amerikanische Spieleentwickler Zehntausende Mitarbeiter, während Firmen in Japan extrem krisenfest bleiben? Ein genauer Blick auf die Gehaltszettel der westlichen Manager und explodierende Budgets liefert die Antwort.
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WinFuture/KI-generiert

    Krise trifft westliche Entwickler

    Während nordamerikanische und europäische Videospielunternehmen derzeit eine große Welle an Entlassungen erleben, bleibt der japanische Markt weitgehend stabil. Laut aktuellen Prognosen könnten im Zeitraum von 2022 bis Ende des Jahres 2026 weltweit zusammengerechnet fast 58.000 Arbeitsplätze in der Branche abgebaut werden.

    Der Geschäftsführer von Epic Games, Tim Sweeney, vergleicht die aktuelle Situation mit dem historischen Zusammenbruch der Videospielbranche in den 1980er Jahren. Stark steigende Budgets für große Produktionen und stagnierende Spielerzahlen zwingen westliche Unternehmen zu drastischen Sparmaßnahmen. Während ein Titel in den frühen 2000ern noch wenige Millionen kostete, verschlingen moderne Produktionen heute oft über 200 Millionen Euro. In Japan zeichnet sich hingegen ein anderes Bild ab.


    Warum Japan widerstandsfähiger ist

    Laut dem Knowledge Newsletter des Edge-Magazins weisen Konzerne wie Nintendo, Capcom und Konami eine Mitarbeiterbindung von über 97 Prozent auf. Wenn japanische Firmen ihre Ausgaben reduzieren müssen, trennen sie sich demnach eher von externen Dienstleistern im Ausland. Das primäre Ziel sei es stets, die Kernbelegschaft im eigenen Land zu schützen und das Wissen im Unternehmen zu halten.

    Verschiedene Faktoren tragen zur finanziellen Gesundheit der asiatischen Studios bei. Dazu zählen kleinere und effizientere Entwicklerteams ohne künstliches Wachstum. Zudem verzichten viele Unternehmen auf Live-Service-Titel, die dauerhafte Einnahmen erzwingen sollen. Ein weiterer Punkt ist der Fokus auf etablierte Marken anstelle von extrem teuren Großproduktionen mit Hunderten Angestellten.

    Gehälter der Führungsebene im Fokus

    Ein großer Unterschied liegt zudem in der Vergütung der Führungskräfte. Geschäftsführer westlicher Publisher erhalten oft über 30 Millionen Dollar (etwa 26 Millionen Euro) pro Jahr. Ihre japanischen Kollegen verdienen nur einen Bruchteil davon. Das Gehalt von Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa lag zuletzt bei rund 300 Millionen Yen (etwa zwei Millionen Euro). Im Gegensatz dazu bekommt der Geschäftsführer von Electronic Arts satte 39 Millionen Dollar (etwa 34 Millionen Euro).

    Branchenkenner gehen davon aus, dass die geringere finanzielle Belastung durch Managergehälter den japanischen Studios hilft, wirtschaftliche Schwankungen besser abzufedern. Anstatt kurzfristige Profite für Aktionäre zu maximieren, setzen die Unternehmen auf langfristige Stabilität. Firmen wie Koei Tecmo betonen öffentlich, dass sie weiterhin auf kleinere Titel vertrauen, um dauerhaft erfolgreich zu bleiben. Das bewahrt sie vor dem Zyklus aus massiven Neueinstellungen und anschließenden Kündigungswellen.

    Was denkt ihr über die Strategie aus Japan? Sollte der Westen das als Vorbild nehmen, um Jobs zu sichern? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • Westliche Studios bauen bis 2026 fast 58.000 Arbeitsplaetze ab
    • Massiv steigende Produktionsbudgets belasten die Publisher stark
    • Japanische Studios schuetzen vor allem ihre lokale Stammbelegschaft
    • Fokus auf bewaehrte Marken sorgt in Japan fuer wirtschaftliche Ruhe
    • Deutlich niedrigere Managergehaelter federn Krisen in Japan besser ab
    • Japanische Unternehmen setzen auf langfristige finanzielle Stabilitaet

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