Zoll führt Schlag gegen Online-Medikamentenhandel

Im Rahmen einer internationalen Aktion hat der deutsche Zoll in der vergangenen Woche seinen Fahndungsschwerpunkt auf illegal über das Internet gehandelte Medikamente gelegt. Dabei wurden zahlreiche Sendungen an den Importknoten durchsucht. Zum fünften Mal fand die so genannte Operation PANGEA statt, an der sich unter Koordination von Interpol und der Weltzollorganisation (WZO) inzwischen Behörden aus rund 100 Staaten beteiligen. In Deutschland war neben dem Zoll auch das Bundeskriminalamt (BKA) an der Aktion beteiligt.

Die überwiegend ausländischen Versender von illegalen oder gefälschten Arzneimitteln nutzen Post- und Kurierdienste, um ihre vermeintlich heilsamen Sendungen dem Verbraucher zuzustellen. Die beteiligten Zollstellen richteten ihr Augenmerk in Folge dessen auf Briefe, Pakete und Päckchen mit Arzneimitteln jeglicher Form. Dabei zogen sie in einer Woche insgesamt 530 ausländische Brief- und Paketsendungen mit rund 68.000 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr.

Darunter befanden sich unter anderem 2.100 Ampullen mit Wachstumshormonen, die häufig zu Dopingzwecken eingesetzt werden. Daneben stellten die Zollbeamten aber auch Potenzmittel, Verhütungs- und Schlankheitsmittel sowie klassische Schmerzmittel und Antidepressiva sicher.

Ungeachtet der aktuellen Operation PANGEA V ist der Arzneimittelhandel via Internet ein ständiges Thema für den Zoll. Der Zollfahndungsdienst verzeichnet seit Jahren einen stetigen Anstieg seiner Ermittlungsverfahren in diesem Deliktsbereich. Allein 2011 ermittelten die Zollfahnder in rund 1.300 Fällen (mit 42 Prozent Anstieg zum Vorjahr), davon betrafen 938 Verfahren (90 Prozent mehr als 2010) ausschließlich den Handel mit oder die illegale Produktion von Dopingmitteln.

"Es ist erschreckend, in welchem großen Ausmaß hier Skrupellosigkeit der Anbieter auf Sorglosigkeit der Käufer stößt. Der Schutz der Verbraucher vor illegalen und gefährlichen Arzneimitteln und der Kampf gegen gewissenlose Kriminelle ist inzwischen eine der zentralen Aufgaben der Zollfahndung", erklärte Norbert Drude, Chef es Zollkriminalamtes.
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