Razzia bei Lieferanten für bezahlte Torrent-Tracker

Auf Betreiben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat die Kriminalpolizei die Wohnung eines 26-Jährigen Mannes in Leipzig durchsucht. Dieser steht im Verdacht, massenhaft illegale Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken in Filesharing-Netze hochgeladen zu haben. Zugänglich gemacht wurden die Dateien über einen so genannten Anti-Leech-Tracker für BitTorrent, der nur angemeldeten und registrierten Mitgliedern zugänglich war. In Verlauf der Durchsuchung hätten die Beamten Erkenntnisse sichern können, nach denen der Verdächtige mindestens sechs große Tracker belieferte, teilte die GVU mit.

Dazu mietete er den Angaben zufolge eigens einen Server an, auf den er Dateien mit einem Gesamtvolumen von nahezu 100 Terabyte hochlud - darunter Spiele für die Playstation 3 und die Nintendo Wii, aber auch aktuelle Kinofilme wie "Gefährten", "Die Muppets" und "The Ward", hunderte Musikdateien, aktuelle Anwender-Software und auch pornografische Inhalte.

Die Polizisten beschlagnahmten den PC des Durchsuchten und beantragten im Rahmen der Amtshilfe die Sicherstellung des Servers im Ausland. Ausgangspunkt des Verfahrens bildete ein Strafantrag der GVU aus dem Jahr 2009. Dieser richtete sich gegen die Verantwortlichen des damals zweitgrößten, kostenpflichtigen Anti-Leech-Trackers für den deutschsprachigen Raum.

Im Verlauf der folgenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konnte unter anderem der nunmehr durchsuchte Uploader identifiziert werden. Hinweise auf dessen Upload-Tätigkeit auf den weiteren fünf geschlossenen Trackern lösten letztlich die Durchsuchung aus. Allein zwei der fraglichen Angebote hielten aktuell rund 25.000 illegalen Games-, TV-Serien- und Spielfilmdateien vor. Rund 175.000 Nutzer sollen sich in den letzten Jahren für den Zugriff auf diese Tracker registriert haben.
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