EU-Politiker bei Facebook:
Nur dabei statt mittendrin

Unter den Abgeordneten des Europäischen Parlaments hat sich durchaus herumgesprochen, dass die Nutzung von Facebook heutzutage obligatorisch ist. Das Problem liegt allerdings darin, dass sie noch längst nicht verstanden haben, wie soziale Netzwerke wirklich funktionieren.
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Wikimapia
Die meisten Abgeordneten des Europäischen Parlaments setzen für ihre Öffentlichkeitsarbeit auf Facebook und andere soziale Medien, so das Ergebnis einer Untersuchung durch die Technische Universität Ilmenau. Vor allem der erfolgreiche Online-Wahlkampf des US-Präsidenten Barack Obama im Jahr 2008 sorgte für entsprechende Impulse.

Social Networks gelten unter den Politikern als neues Wundermittel der Öffentlichkeitsarbeit, um insbesondere junge Wähler zu erreichen. Am häufigsten nutzen EU-Parlamentarier aber noch klassische Online-Kanäle wie eine persönliche Website (74 Prozent). Der meistgenutzte Social Media-Kanal ist mit über 60 Prozent Facebook. Blogs und Microblogs wie Twitter werden aufgrund der geringeren Beliebtheit bei den Bürgern deutlich weniger eingesetzt (30 bzw. 40 Prozent). Aufwändigere Formen wie das Videoportal Youtube nutzen nur knapp 30 Prozent der EU-Abgeordneten.

Besonders Politiker der großen Fraktionen wie der konservativen EVP, der sozialdemokratischen SPE und der liberalen ALDE nutzen Social Media. Spitzenreiter sind aber die Abgeordneten der grünen Fraktion (Grüne/EFA): 92 Prozent nutzen soziale Netzwerke.

Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. 95 Prozent der Parlamentarier aus Schweden und Finnland nutzen mindestens einen Social Media-Kanal, west- und osteuropäische EU-Parlamentarier liegen mit 80 Prozent knapp und südeuropäische mit 52 Prozent weit abgeschlagen dahinter. Vor allem jüngere Abgeordnete besitzen Profile in Social Media (89 Prozent).

Obwohl ein Großteil der Parlamentarier eine Facebook-Seite hat, kommunizieren die meisten nicht aktiv mit den Nutzern. Auf Nutzerkommentare reagieren nur wenige (7 Prozent) und es kommt selten vor, dass Politiker Nutzer durch Fragen oder Mitmachappelle zum Schreiben von Kommentaren auffordern. Dabei zeichnen gerade Dialog und Austausch Social Media aus. Viele Facebook-Seiten sind zudem nicht aktuell. Es scheint, als hätten die EU-Parlamentarier noch keine Strategie entwickelt, die neuen Potenziale zu nutzen, so das Fazit der Ilmenauer Forscher.
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