Internet-Zensur lässt Gewaltpotenzial steigen
Zwei Wissenschaftler der Telecom ParisTech und der University of Greenwich haben die Wechselwirkung zwischen dem Gewaltpotenzial in Zeiten sozialer Unruhen mit einer Zensur des Internets untersucht. Dabei zeigte sich, dass die von Politikern in solchen Situationen immer wieder reflexartig geforderte Einschränkung von Kommunikationsmöglichkeiten kontraproduktiv ist.
Die Forscher Antonio A. Casilli und Paola Tubaro spielten eine Reihe von alternativen Szenarien mit jeweils unterschiedlichen Parametern durch. Letztlich zeigte sich: Das vollständige Fehlen einer Zensur führt letztlich in Zeiten sozialen Unfriedens nicht nur zu einem geringeren Grad an Gewalt, sondern sorgt auch dafür, dass die Ruhe-Phasen zwischen einzelnen Ausbrüchen kollektiver Unzufriedenheit länger sind.
Wenn die Unzufriedenheit einer ausreichend großen Gruppe in der Gesellschaft ausgeprägt genug ist und vielleicht noch ein passender Auslöser auftaucht, kommt es zu offenen sozialen Unruhen. Dies kann im Grunde nicht verhindert werden. Zu beeinflussen ist nach Ansicht der Forscher aber, wie diese sich ausdrücken - ob in friedlichen Demonstrationen oder in Gewaltausbrüchen.
Einer der Faktoren dabei ist die Möglichkeit für die einzelnen Beteiligten, sich ein Bild von der größeren Gesamtlage zu machen. Ist es beispielsweise möglich, sich einer großen Gruppe von Demonstranten anzuschließen und gibt es eine transparente, nachvollziehbare Polizeitaktik, ist kaum mit Gewaltausbrüchen zu rechnen.
Anders sieht die Sache aus, wenn den Einzelnen die Möglichkeit, sich in ihrem sozialen Umfeld zu orientieren und das eigene Verhalten in ein größeres Bild einzupassen, genommen wird. Angesichts der starken Durchdringung des Alltags mit dem Internet spielt hier die Einschränkung von Online-Angeboten eine wichtige Rolle.
Wie die Wissenschaftler ausführten, führt eine solche Zensur zu einem zunehmenden Grad der Isolierung vom Gesamtgeschehen. Die Folge dessen sind zunehmend unkontrollierte Bewegungen der einzelnen Beteiligten und einem in einer unübersichtlichen Lage wachsenden Gewaltpotenzial.
Nach Ansicht der Forscher können die komplette Abschaltung des Internets, wie sie zu Jahresbeginn in Ägypten stattfand, oder aber die aktuell in Großbritannien diskutierten Einschränkungen bei der Social Network-Nutzung letztlich nicht verhindern, dass die Unzufriedenheit ans Licht kommt - sie spitzen die Lage im Gegenteil zu und fördern gewalttätige Auseinandersetzungen.
Wenn die Unzufriedenheit einer ausreichend großen Gruppe in der Gesellschaft ausgeprägt genug ist und vielleicht noch ein passender Auslöser auftaucht, kommt es zu offenen sozialen Unruhen. Dies kann im Grunde nicht verhindert werden. Zu beeinflussen ist nach Ansicht der Forscher aber, wie diese sich ausdrücken - ob in friedlichen Demonstrationen oder in Gewaltausbrüchen.
Einer der Faktoren dabei ist die Möglichkeit für die einzelnen Beteiligten, sich ein Bild von der größeren Gesamtlage zu machen. Ist es beispielsweise möglich, sich einer großen Gruppe von Demonstranten anzuschließen und gibt es eine transparente, nachvollziehbare Polizeitaktik, ist kaum mit Gewaltausbrüchen zu rechnen.
Anders sieht die Sache aus, wenn den Einzelnen die Möglichkeit, sich in ihrem sozialen Umfeld zu orientieren und das eigene Verhalten in ein größeres Bild einzupassen, genommen wird. Angesichts der starken Durchdringung des Alltags mit dem Internet spielt hier die Einschränkung von Online-Angeboten eine wichtige Rolle.
Wie die Wissenschaftler ausführten, führt eine solche Zensur zu einem zunehmenden Grad der Isolierung vom Gesamtgeschehen. Die Folge dessen sind zunehmend unkontrollierte Bewegungen der einzelnen Beteiligten und einem in einer unübersichtlichen Lage wachsenden Gewaltpotenzial.
Nach Ansicht der Forscher können die komplette Abschaltung des Internets, wie sie zu Jahresbeginn in Ägypten stattfand, oder aber die aktuell in Großbritannien diskutierten Einschränkungen bei der Social Network-Nutzung letztlich nicht verhindern, dass die Unzufriedenheit ans Licht kommt - sie spitzen die Lage im Gegenteil zu und fördern gewalttätige Auseinandersetzungen.
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Christian Kahle
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