Deutsche Hacker knacken GPRS-Verschlüsselung

Einer Firma aus Berlin ist es nach eigenen Angaben gelungen, die Verschlüsselung des GPRS-Standards zur mobilen Datenübertragung zu knacken. Details dazu sollen im Laufe des Abends beim Chaos Communication Camp im brandenburgischen Finowfurt veröffentlicht werden. Wie Karsten Nohl, Chef der Firma Security Research Labs, gegenüber dem 'Handelsblatt' erklärte, ist man mit dem neuen Ansatz in der Lage, die GPRS-Datenkommunikation im Umkreis von fünf Kilometern abzufangen. Angeblich ist es damit möglich, per GPRS verschickte E-Mails zu lesen und die Aktivitäten von Handynutzern im Internet auszuspionieren.

Nohl zufolge ist das UMTS-Netz sicherer, doch im Falle einer schlechten Netzabdeckung nutzen auch Geräte mit UMTS den langsameren GPRS-Standard für den Zugriff auf das Internet von unterwegs. Problematisch sei die mangelde Sicherheit bei GPRS vor allem deshalb, weil die Technologie auch zur Steuerung von Industrieanlagen, für Mautsysteme und andere Einrichtungen genutzt wird.

Der Sicherheitsexperte kritisiert unter anderem die nicht ausreichende Verschlüsselung der GPRS-Kommunikation in Deutschland mit dem Verschlüsselungsalgorithmus GPRS-A5. Dies betrifft unter anderem die Netze von T-Mobile, O2, Vodafone und E-Plus. In Italien werde eine noch schwächere Verschlüsselung verwendet oder gar ganz darauf verzichtet. Vor einiger Zeit hatte Nohl gezeigt, wie GSM-Netze mit relativ geringem Aufwand abgehört werden können.
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