Angeschaut: "Tron: Legacy" - vom Kult zur Moderne
Seit einigen Tagen ist "Tron: Legacy" nun auch hierzulande im Kino zu sehen. 28 Jahre nach den ersten Abenteuern von Kevin Flynn (Jeff Bridges) im Raster geht dessen Sohn Sam (Garrett Hedlund) auf die Suche nach seinem Vater, der zwanzig Jahre lang verschollen ist.
Dafür muss er natürlich ebenfalls in das Raster eintauchen und lernen, sich mit den dortigen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Die virtuelle Umgebung bietet unendliche Möglichkeiten, einen oppulenten Bilderreigen zu erzeugen. Hier bestand aber auch das größte Risiko, mit dem Projekt zu scheitern.
Den Machern ist die gefährliche Gratwanderung aber meisterlich gelungen. Das Raster präsentiert sich als markige 3D-Welt, in der die Vorlagen aus dem Klassiker gekonnt weiterentwickelt wurden. Es ist geradezu spürbar, dass die verantwortlichen Grafiker dem Zuschauer durchaus etwas bieten, sich aber gleichzeitig demütig zurückhalten wollten.
Die Designs all der Bestandteile des Rasters wurden vorsichtig weiterentwickelt. So bietet "Tron: Legacy" viele Elemente des Originals in einer liebevoll modernisierten Form: Seien es nun die Fluggeräte, die Diskuskämpfe, bei denen abtrünnige Programme in Gladiatoren-Arenen auf Leben und Löschung gegeneinander Antreten müssen, oder eben die tödlichen Rennen auf Lightcycles.
Untermalt werden die spektakulären Bilder von einem Soundtrack der Extraklasse: Die Elektro-Band Daft Punk steuerte hierzu die Kompositionen bei und tritt sogar selbst im Film in Erscheinung - als DJs legen sie im End of Line-Club auf, in dem sich die Programme des Rasters in ihrer Freizeit entspannen.
Immer wieder nahmen die Produzenten aber auch Geschwindigkeit aus dem Film - auch hier also der Versuch, die Brücke zwischen dem Kult aus den frühen 1980er Jahren und dem heutigen Kinopublikum nicht zerbrechen zu lassen. Dieses Bestreben geht sogar so weit, dass Teile des Films komplett auf 3D-Effekte verzichten.
Als Fan des Originals wird der Zuschauer wohl ebenso wenig enttäuscht sein, wie Kinobesucher, die das erste Mal mit dem Stoff in Berührung kommen. Letztere müssen auch nicht befürchten, die Handlung nicht zu verstehen. Sie werden Anfangs mit einer geschickten Einführung über die früheren Ereignisse informiert, von der aber auch Kenner nicht gelangweilt werden.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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