Symantec: Cyber-Attacken meistens mit Baukästen
Dies trägt dazu bei, dass "gewöhnliche" Kriminelle, denen die technische Programmiererfahrung für Schadcode fehlt, im Bereich Cyber-Crime Fuß fassen. Attack Toolkits sind Programme, mit denen sowohl Experten als auch technisch kaum versierte Personen großflächige Angriffe gegen vernetzte Computer starten können. Mit diesen Baukästen lässt sich der Schadcode außerdem leicht abwandeln, damit er von gängigen Abwehrverfahren nicht erkannt wird.
Attack Toolkits lassen sich leicht bedienen
Die Attack-Toolkits können den gesamten Prozess, der für einen Angriff notwendig ist, auch automatisch abwickeln. Symantec geht davon aus, dass die Anzahl von Cyber-Attacken daher künftig zunehmen wird. Die Mehrheit schadhafter Online-Attacken - 61 Prozent aller von Symantec identifizierten, web-basierten Angriffe - sind zurückzuführen auf diese Standard-Toolkits.

Das prominenteste Beispiel für einen Schadcode, der nach dem Baukastenprinzip entwickelt wurde, ist Zeus. Die Malware ist darauf angesetzt, die Zugangsdaten zu Bankkonten zu stehlen. Da kleine Unternehmen ihre Finanztransaktionen weitaus weniger stark schützen als größere Firmen, sind sie besonders ins Visier von Zeus geraten.
Attack Toolkits sind recht günstig
Der Profit dieses Angriffs wurde im September vergangenen Jahres deutlich als ein Ring von Cyberkriminellen ausgehoben wurde. Die Täter haben über einen Zeitraum von 18 Monaten mit dem Zeus Botnet mehr als 70 Millionen Dollar von gestohlenen Bank- und Trading-Accounts erbeutet.
Da sich Cyber-Angriffe finanziell immer mehr lohnen, haben die Attack Toolkits enorm an Popularität gewonnen. Dies wiederum hat die Entwicklung fortschrittlicherer Baukästen angetrieben. Viele der Kits werden nun über ein Abonnement-Modell vertrieben, in dem der Kunde regelmäßige Updates, Support und optionale Komponenten erhält, mit denen er die Funktionalität seines Kits erweitern kann. Die Cyberkriminellen bewerben ihre Installations-Dienste regelmäßig und vermieten den Zugriff auf die Kit-Konsolen. Sie nutzen außerdem kommerzielle Anti-Privacy-Programme, um zu verhindern, dass andere Angreifer ihre Werkzeuge nutzen, ohne dafür zu bezahlen.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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