Bundeswehr: Schlechte ITK-Versorgung im Ausland

Zugang & Provider Der IT-Branchenverband BITKOM hat die mangelhaften Kommunikations- und Internetmöglichkeiten für die Soldaten bei vielen Auslandseinsätzen der Bundeswehr kritisiert. "Es ist weder ein technisches noch ein finanzielles Problem, den Soldaten Mobilfunk und Internet über Satellit bereitzustellen", sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Um die Soldaten mit ihren Sorgen nicht allein zu lassen, sollte es seiner Ansicht nach selbstverständlich sein, es ihnen in ihrer privaten Freizeit zu ermöglichen, regelmäßig und unkompliziert mit ihren Familien und Freunden zu kommunizieren.

Weltweit sind derzeit rund 7.000 Soldaten der Bundeswehr in Auslandseinsätzen, unter anderem in Afghanistan, auf dem Balkan, im Mittelmeerraum, aber auch im Sudan sowie vor der Küste Somalias. Schlechte Bedingungen für den privaten Gebrauch von Internet und Mobilfunk beklagen sie vor allem in Afghanistan.

Zwar gibt es Mobilfunk und Internet, allerdings ist die Datenübertragungsrate beim Internet so gering, dass viele Funktionen wie etwa Videotelefonie nicht möglich sind. Selbst der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, kritisierte jüngst die "störfanfälligen und langsamen Internetverbindungen aus den deutschen Lagern", während andere Länder ihren Soldaten kostenlose Breitbandverbindungen zur Verfügung stellten.

Zurzeit dürfen Bundeswehrangehörige am Hindukusch zweimal wöchentlich für 15 Minuten nach Deutschland telefonieren und zahlen dafür bis zu 20 Euro. Das sei "weltfremd und unzeitgemäß", so Königshaus. Auch die Fernsehmöglichkeiten sind auf wenige deutsche Sender beschränkt.
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