Seltene Erden: Preissprung bei Elektronik möglich

Wirtschaft & Firmen Der IT-Branchenverband BITKOM warnt angesichts der Exportbeschränkungen Chinas für Mineralien der Seltene Erden-Gruppe vor einer Verteuerung von Hightech-Geräten. "Die Hersteller müssen sich mit steigenden Rohstoffpreisen und längeren Lieferzeiten auseinandersetzen", sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Es gebe kaum ein Hightech-Gerät, das ohne Seltene Erden hergestellt werden kann. Die künstliche Verknappung könne zu Preissteigerungen und Lieferengpässen bei stark nachgefragten Geräten führen.

Die Seltenen Erden sind auch Thema beim Besuch von Chinas Vizepremier Li Keqiang in Berlin, der heute von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen wird. Bereits am Donnerstag hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle die Exportbeschränkungen kritisiert. Er forderte China auf, den Zugang zu Seltenen Erden nicht zu erschweren.

Der Bedarf an den Rohstoffen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zuletzt hat China, der letzte verbliebene große Anbieter, die Ausfuhrquoten für die Rohstoffe allerdings deutlich reduziert. In den zurückliegenden sechs bis zwölf Monaten haben sich die Preise der meisten Seltenen Erden deshalb vervielfacht.

Der BITKOM fordert daher von der Bundesregierung, der einseitigen Abhängigkeit von den chinesischen Rohstofflieferungen entgegenzusteuern. Dazu brauche man eine gezielte Strategie zur langfristigen Sicherstellung der Rohstoffversorgung Deutschlands.

"Seltene Erden sind für die deutsche Wirtschaft mindestens so wichtig wie Erdöl und Erze", erklärte Scheer. Um Deutschland langfristig Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu gewährleisten, seien demnach lückenlose Recycling-Konzepte, Partnerschaften mit alternativen Förderländern und eine gezielte Forschung nach alternativen Materialien notwendig.
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