Steve Jobs' Rundumschlag: Google & RIM kontern
Nachdem wir gestern ausführlich über die Kritik von Steve Jobs an Google berichteten, liegen heute die ersten Reaktionen vor. Der Apple-Chef stellte beispielsweise in Frage, wie offen Android wirklich ist. Zudem erklärte er an einigen Beispielen, dass offene Ansätze nicht immer die besseren sind und sich nicht zwangsläufig durchsetzen.
Andy Rubin, der leitende Entwickler hinter Android, reaktivierte nur für diesen Anlass seinen Twitter-Account. In weniger als 140 Zeichen demonstrierte er, was man bei Google unter Offenheit versteht.
the definition of open: "mkdir android ; cd android ; repo init -u git://android.git.kernel.org/platform/manifest.git ; repo sync ; make"
Mit diesem Kommandozeilenbefehl kann sich jeder die aktuellste Version von Android herunterladen und kompilieren. Statt vieler Worte setzt Rubin hier also auf eindrucksvolles Understatement.
Eine weitere Reaktion gibt es von den Entwicklern der bekannten Twitter-App TweetDeck. Steve Jobs hatte behauptet, dass das junge Unternehmen ihre Software auf über 100 verschiedenen Android-Versionen testen musste. Via Twitter erklärten die Entwickler nun, dass es kein Alptraum war, TweetDeck zu entwickeln. Steve Jobs hatte die Entwickler mit gegenteiligen Worten zitiert. Um zu beweisen, wie einfach die Erstellung von Android-Apps ist, gaben sie an, dass sich lediglich zwei Personen um die entsprechende Android-App kümmern.
Auch RIMs Chef Jim Balsillie konnte es sich nicht verkneifen, die Worte von Steve Jobs zu kommentieren. Der Apple-Chef erklärte, dass man kein 7-Zoll-iPad auf den Markt bringen wird, da diese Größe für einen Tablet-PC ungeeignet sei. Man müsse dem Gerät Sandpapier beilegen, damit sich jeder Käufer seine Fingerspitzen auf ein Viertel herunterschleifen kann.
Balsillie konterte nun, dass die Personen, die außerhalb der Apple-Welt leben, durchaus wissen, dass 7 Zoll große Tablets einen wichtigen Bestandteil des Marktes ausmachen werden. Zudem sei Adobes Flash eben doch ein wichtiges Argument für Kunden, die sich das "echte Internet" auf ihren Endgeräten wünschen. Balsillie erklärte, dass eine kontrollierte Plattform zwar gut für Apple ist, Entwickler sich aber mehr Möglichkeiten wünschen und Kunden vollen Zugriff auf alle Websites haben wollen, egal ob diese Flash nutzen oder nicht.
"Wir glauben, dass es die Leute langsam satt haben, von Apple gesagt zu bekommen, was sie denken sollen", meint Balsillie. Im weiteren Verlauf des Kommentars ging er noch auf die Verkaufszahlen der Blackberrys ein, die Apple ungünstig mit den Absatzzahlen des iPhones verglichen hatte.
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Michael Diestelberg
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