Glasfaser wird mit Funk-Konzepten schneller
Wie die US-Tageszeitung 'New York Times' berichtet, greift man dabei auf altbekannte Konzepte aus dem herkömmlichen Funk zurück. Bisher läuft die Datenübertragung via Glasfaser im Wesentlichen so ab, dass die Nullen und Einsen eines Bit-Stroms dargestellt werden, indem das Licht einer bestimmten Wellenlänge aus oder an ist.
Da Licht aber auch über die Eigenschaften anderer elektromagnetischer Wellen verfügt, will man die Informationen nun direkt auf eine bestimmte Frequenz aufsetzen. Nach diesem Prinzip arbeiten auch herkömmliche Funksender zur Übertragung von Radio oder Fernsehen.
Der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent hat bereits ein funktionierendes System vorstellen können, in dem beide Verfahren in Kombination eingesetzt werden. Mit diesem gelang es den Ingenieuren, die Kapazität einer einzelnen Glasfaser zu verdoppeln.
Aktuell verfügen die Backbones zwar noch über ausreichend Kapazitäten, um das Wachstum des Bandbreiten-Bedarfs für einige Zeit sicherzustellen. Allerdings ist absehbar, dass irgendwann Grenzen erreicht werden. Dafür sorgen unter anderem Trends hin zur Übertragung von hochauflösenden Video-Streams und andere Dienste mit hohem Datenaufkommen, die zunehmend ausgebaut werden.
Angesichts der Forschungsergebnisse der letzten Zeit besteht aber kein Grund zur Sorge. Die renommierten Bell Labs von Alcatel-Lucent konnten bereits 7,2 Terabit pro Sekunde über eine einzelne Glasfaser und über eine Strecke von 7.000 Kilometern übertragen.
Die Ergebnisse der Ingenieurs-Arbeit sind dabei nicht nur von technischer Bedeutung. Sie spielen auch in der Debatte um die Netzneutralität eine wichtige Rolle. Die Telekommunikationskonzerne verweisen in dieser immer wieder darauf, dass die Bandbreiten-Kapazitäten beschränkt sind und eine kostenpflichtige Priorisierung bestimmter Inhalte notwendig ist.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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