Zahlreiche Selbstmordversuche in Foxconn-Fabrik

Audio Innerhalb von nur einem Monat haben vier Mitarbeiter des chinesischen Vertragsfertigers Foxconn versucht, sich selbst zu töten. Sie alle arbeiten für das Foxconn-Werk, wo auch Apples iPhone produziert wird. Wie der 'Telegraph' unter Berufung auf chinesische Medienberichte meldet, gab es vorgestern den vorläufig letzten Selbstmordversuch, als eine 18-jährige Mitarbeiterin von einem der Fabrikgebäude sprang. Die junge Frau überlebte schwer verletzt. Foxconn hat den Vorfall mittlerweile bestätigt.

Als möglichen Grund für das Verhalten der Mitarbeiterin nennt das Unternehmen einen Streit mit ihrem Freund. Erst Ende März war ein 23-Jähriger in den Morgenstunden aus einem Fenster eines Schlafsaals auf dem Fabrikgelände gesprungen.

Mitte März hatte sich ein weiterer junger Mann selbst getötet. Auch dieser Vorfall geschah auf dem Gelände der Foxconn-Fabrik in Longhua. Laut Medienberichten hatte man dem Mann zuvor während der Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest Geld aus einer Bonuszahlung gestohlen.

Wenige Tage davor hatte sich eine weitere junge Frau selbst zu töten versucht. Auch sie war von einem Gebäude mit Schlafsälen gesprungen und hatte sich dadurch schwer verletzt. Als Grund hatte sie einen hohen persönlichen Druck angegeben. Foxconn wollte sich nicht zu den Vorfällen äußern.

Immer wieder gibt es Berichte über ähnliche Vorfälle bei Foxconn. Als sich im Juli 2009 erstmals ein junger Mann umbrachte, weil zuvor angeblich ein iPhone-Prototyp abhanden gekommen war, sorgte dies für ein weltweites Medienecho.

Das Foxconn-Werk in Longhua ist die weltweit größte Produktionsstätte für Elektronikgeräte. Rund 300.000 Menschen sollen dort tätig sein und im Auftrag von Firmen wie Apple, Microsoft, Dell, HP, Sony, Nokia und Nintendo diverse Produkte herstellen.
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