Japan: Gutes Geschäft mit heilkräftigen Klingeltönen

Handys & Smartphones Findige Geschäftemacher in Japan hatten eine neue Idee zur Vermarktung von Klingeltönen und sind damit sogar erfolgreich: Sie verkaufen nun Kompositionen, die heilende Wirkung haben sollen. Jeder Anruf und jede eingehende SMS sollen mit ihren Signalen dafür sorgen, dass es dem Handy-Besitzer etwas besser geht. Das Spektrum reicht von Sounds gegen die Folgen einer durchzechten Nacht bis hin zur sanften Heilung chronischer Schlafstörungen, berichtete die britische Tageszeitung 'The Times'.

Die meisten dieser Klingeltöne stammen aus dem Klanglabor von Matsumi Suzuki. Dieser leitet das am Japan Acoustic Laboratory angesiedelte Ringing Tone Laboratory, Von dem Sounddesigner stammen auch andere Klänge, die angeblich einen praktischen Nutzen haben sollen.

So stammt auch die Idee, bestimmte Parks mit einem sehr hochfrequenten Ton zu beschallen, von ihm. Dieser ist für Menschen ab einem bestimmten Alter nicht mehr hörbar. Er soll aber für Jugendliche unangenehm sein und sie davon abhalten, sich dort zu versammeln, wo ältere Menschen einen ruhigen Tag verbringen wollen.

Das Unternehmen Index, das in Japan die größten Umsätze mit Inhalten für Handys macht, kann die Wirkung der neuen Heiltöne zwar nicht belegen, ein Sprecher betonte aber, dass an der Werbung durchaus etwas dran sein müsse. Schließlich verzeichne man hohe Download-Zahlen.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird hier aber mit der gleichen Gutgläubigkeit vieler Menschen gespielt, die auch Anbieter von homöopathischen Mitteln ausnutzen, um ein gutes Geschäft zu machen. Wissenschaftlich nachprüfbare Belege für die Wirksamkeit der Klingeltöne kann zumindest kein Anbieter vorweisen.
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