UK: Menschenkette stoppt Googles Kamera-Auto

Internet & Webdienste Das Kamera-Auto, mit dem der Suchmaschinenbetreiber Google Fotos für seinen Street View-Service macht, wurde unerwartet gestoppt: Einwohner eines Dorfes blockierten seine Weiterfahrt. Eine Reihe von Einwohnern aus Broughton in der englischen Grafschaft Buckinghamshire bildeten eine Menschenkette um das Fahrzeug und verhinderten seine Weiterfahrt. Sie warfen dem Fahrer vor, mit seiner Tätigkeit ihre Privatsphäre zu verletzen, berichtete die 'Times'.

Dem gingen Berichte über peinliche Aufnahmen voraus, die auf den Street View-Bildern zu sehen waren. Der Dienst startete kürzlich mit Aufnahmen aus London und zeigte auch Menschen beim Sonnenbaden im Park, beim Verlassen eines Sex-Shops oder beim Urinieren an eine Hecke.

Die Proteste in Broughton wurden von Paul Jacobs angestoßen. "Ich war oben im Haus, als ich das Kamera-Auto die Straße herunterfahren sah", berichtete dieser später. Er rannte daraufhin auf die Straße und stoppte es. Anschließend informierte er die Nachbarschaft. Gemeinsam bildete man eine Menschenkette um das Auto und rief die Polizei.

"Wir hatten in den letzten sechs Wochen bereits drei Einbrüche", fuhr er fort. Er befürchtet, dass es Kriminellen noch einfacher gemacht wird, wenn diese vor ihrem Beutezug die Häuser der Gegend erst noch in Ruhe im Internet ansehen können.

Google steht auf dem Standpunkt, legal zu handeln, wenn man Fotos von öffentlichen Straßen macht. Trotzdem war man vorerst zu Zugeständnissen bereit: Broughton wird erst einmal nicht in Street View-Bildern zu sehen sein.
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