Kinderpornos: Leyen setzt Online-Filter durch
Wie Ministerin Ursula von der Leyen mitteilte, soll noch in diesem Jahr eine entsprechende Änderung im Telemediengesetz umgesetzt werden. Darauf habe sie sich mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos verständigt.
Spätestens im Jahr 2010 sollen die Filter dann aktiv sein. Versucht ein Anwender dann noch, auf entsprechende Inhalte zu gelangen, erhält er nur noch eine Fehlermeldung - so zumindest die Vorstellung der Ministerin.
Technisch soll die Sperrung auf Provider-Ebene mit einer Blacklist erfolgen. Diese wird vom Bundeskriminalamt verwaltet, das dabei mit verschiedenen anderen europäischen Behörden zusammenarbeitet, die bereits ähnliche Schritte eingeleitet haben.
Laut dem Familienministerium habe man sich für den CSAADF (Child Sexual Abuse Anti Distribution Filter) entschieden. Dieser ist bereits in mehreren europäischen Staaten als auch in Neuseeland im Einsatz. Dort soll das System täglich bereits mehrere tausend Nutzer am Tag am Zugriff auf Kinderpornographie hindern.
Allerdings ist es fraglich, ob die Technologie die Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet wirksam eindämmen kann. Immerhin lassen sich Filter-Systeme von erfahrenen Nutzern stets relativ einfach umgehen, andererseits ist es kaum möglich, auch die Verbreitung über Tauschbörsen oder - im kommerziellen Rahmen - über direkte Kontakte zu verhindern.
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Christian Kahle
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