Zeitumstellungs-Debatte: Forscher warnen vor dauerhafter Sommerzeit
Wenn am 25. Oktober die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, wird erneut die Debatte um ein Ende der Zeitumstellung losgehen. Viele plädieren dann wieder für eine dauerhafte Nutzung der Sommerzeit. Doch genau davor haben Forscher jetzt gewarnt.
In Kanada wird die Abschaffung der jährlichen Zeitumstellung bereits in mehreren Regionen umgesetzt. Yukon stellte 2020 dauerhaft auf Sommerzeit um. British Columbia folgte im März 2026, Alberta und die Northwest Territories einen Monat später. Auch in den USA gibt es entsprechende Pläne: Das Repräsentantenhaus verabschiedete im Juli einen Gesetzentwurf für eine landesweit dauerhafte Sommerzeit. Die Entscheidung liegt allerdings noch beim Senat. Und auch in Europa wird immer wieder über das Thema diskutiert.
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer aktuellen Arbeit nicht grundsätzlich die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung, sondern verglichen die beiden möglichen Varianten für eine dauerhafte Regelung. Ihr Ergebnis fällt dabei zugunsten der Normalzeit aus, weil diese stärker mit der natürlichen inneren Uhr des Menschen übereinstimmt. Entscheidend sei vor allem das Tageslicht am Morgen, hieß es.
Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde die Sonne im Winter eine Stunde später aufgehen. In Toronto etwa wäre der späteste Sonnenaufgang erst um 8:51 Uhr zu erwarten, während er bei dauerhafter Normalzeit bereits um 7:51 Uhr stattfinden würde. In Calgary lägen die entsprechenden Zeiten bei 9:40 beziehungsweise 8:40 Uhr. Viele Menschen müssten damit im Dunkeln zur Arbeit oder Schule aufbrechen.
Auch die Normalzeit hat allerdings Nachteile. Ein früherer Sonnenuntergang im Sommer könnte Freizeit- und Geschäftsaktivitäten am Abend einschränken. Die Forscher halten diese Folgen jedoch für leichter auszugleichen, etwa durch Verdunkelungsvorhänge oder Aufklärung über gesunden Schlaf.
Bei einer dauerhaften Sommerzeit wären dagegen umfangreichere Maßnahmen nötig - von besserer Straßenbeleuchtung und späteren Schulanfangszeiten bis zu flexibleren Arbeitszeiten. Die Wissenschaftler empfehlen Regierungen deshalb, die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen einer dauerhaften Zeitregelung systematisch zu beobachten.
Siehe auch:
- Mediziner stufen dauerhafte Normalzeit als gesünder ein als Sommerzeit
- Die Normalzeit stimmt deutlich besser mit der menschlichen Innenruhr überein
- Mehrere kanadische Regionen schafften das Umstellen bereits dauerhaft ab
- Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete ein Gesetz für feste Sommerzeit
- Fehlendes Morgenlicht im Winter gefährdet den Schlaf sowie das Wohlbefinden
- Frühe Dunkelheit am Sommerabend lässt sich durch Maßnahmen leichter mildern
Es wird viel zu spät hell
Zwar verspreche eine ganzjährige Sommerzeit längere helle Abende. Aus gesundheitlicher Sicht sei jedoch eine dauerhafte Normalzeit die bessere Lösung, wenn die Zeitumstellung schon abgeschafft werden sollte. Das geht aus einer im Canadian Medical Association Journal veröffentlichten Analyse hervor.In Kanada wird die Abschaffung der jährlichen Zeitumstellung bereits in mehreren Regionen umgesetzt. Yukon stellte 2020 dauerhaft auf Sommerzeit um. British Columbia folgte im März 2026, Alberta und die Northwest Territories einen Monat später. Auch in den USA gibt es entsprechende Pläne: Das Repräsentantenhaus verabschiedete im Juli einen Gesetzentwurf für eine landesweit dauerhafte Sommerzeit. Die Entscheidung liegt allerdings noch beim Senat. Und auch in Europa wird immer wieder über das Thema diskutiert.
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer aktuellen Arbeit nicht grundsätzlich die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung, sondern verglichen die beiden möglichen Varianten für eine dauerhafte Regelung. Ihr Ergebnis fällt dabei zugunsten der Normalzeit aus, weil diese stärker mit der natürlichen inneren Uhr des Menschen übereinstimmt. Entscheidend sei vor allem das Tageslicht am Morgen, hieß es.
Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde die Sonne im Winter eine Stunde später aufgehen. In Toronto etwa wäre der späteste Sonnenaufgang erst um 8:51 Uhr zu erwarten, während er bei dauerhafter Normalzeit bereits um 7:51 Uhr stattfinden würde. In Calgary lägen die entsprechenden Zeiten bei 9:40 beziehungsweise 8:40 Uhr. Viele Menschen müssten damit im Dunkeln zur Arbeit oder Schule aufbrechen.
Gravierende Folgen
Die fehlende morgendliche Helligkeit könnte den Schlaf, die Stimmung, das Lernen und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, argumentieren die Forscher. Besonders relevant sei dies für Menschen mit ohnehin gestörtem Schlafrhythmus und für Kinder und Jugendliche. Das Forscherteam verweist zudem auf saisonale Depressionen: Rund ein bis drei Prozent der Kanadier leiden demnach unter einer saisonal abhängigen Depression, bei bis zu 15 Prozent treten mildere jahreszeitliche Veränderungen von Stimmung, Schlaf und Energie auf. Morgendliche Lichttherapie gilt als etablierte Behandlung.Auch die Normalzeit hat allerdings Nachteile. Ein früherer Sonnenuntergang im Sommer könnte Freizeit- und Geschäftsaktivitäten am Abend einschränken. Die Forscher halten diese Folgen jedoch für leichter auszugleichen, etwa durch Verdunkelungsvorhänge oder Aufklärung über gesunden Schlaf.
Bei einer dauerhaften Sommerzeit wären dagegen umfangreichere Maßnahmen nötig - von besserer Straßenbeleuchtung und späteren Schulanfangszeiten bis zu flexibleren Arbeitszeiten. Die Wissenschaftler empfehlen Regierungen deshalb, die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen einer dauerhaften Zeitregelung systematisch zu beobachten.
Siehe auch:
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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