Diebstahl, Fehler, kaum Zeitersparnis:
SB-Kassen sind ein Reinfall
Einzelhändler rücken zunehmend von Selbstbedienungskassen ab. Wachsende Verluste durch Diebstahl und Kundenfrust bewegen Geschäfte zum Umdenken. Stattdessen investiert die Branche nun verstärkt in künstliche Intelligenz und digitale Preisschilder.
Ein Grund dafür sind steigende Verluste durch Diebstähle und fehlerhafte Scans, die bei Lebensmittelgeschäften mit entsprechenden Terminals im Schnitt um 33 Prozent höher ausfallen als bei solchen ohne. Für Verbraucher bedeutet das, dass Selbstbedienungskassen zunehmend auf Käufer mit wenigen Artikeln beschränkt werden.
Die Technologie, die bereits Ende der 1980er-Jahre erste Verbreitung fand, sollte ursprünglich Zeit und Personalkosten sparen. Tatsächlich erweisen sich Käufer am Selbstscanner oft als langsamer und fehleranfälliger als geschultes Personal. Das Empfinden, dass es schneller geht, beruht auf einem psychologischen Effekt: Da Kunden aktiv beschäftigt sind, vergeht die subjektive Wartezeit gefühlt zügiger, obwohl der Bezahlvorgang oft länger dauert. Zudem empfinden viele die ständigen Systemwarnungen als störend.
Der Trend zur Digitalisierung geht indes ungebremst weiter: Während die Investitionen in Selbstbedienungskassen sinken, fließt das Budget verstärkt in andere digitale Bereiche. 75 Prozent der Einzelhändler planen, in den kommenden zwölf Monaten mehr Geld für Technologie auszugeben. Im Fokus stehen dabei Systeme, die Abläufe vereinfachen. So stieg die Nutzung von elektronischen Regaletiketten zur schnellen Preisanpassung zuletzt spürbar an, während digitale Bestelltafeln ebenfalls Zuwächse verzeichneten.
Wie steht ihr zu Selbstbedienungskassen im Supermarkt? Bevorzugt ihr den schnellen Scan eigener Artikel oder lasst ihr lieber das Personal abkassieren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
- US-Einzelhändler bauen ihre Selbstbedienungskassen ab oder limitieren sie
- Hohe Verluste durch Diebstahl und Scanfehler führen zu diesem Rückschritt
- Kunden brauchen am Selbstscanner oft länger als das geschulte Personal
- Große Ketten wie Target und Walmart begrenzen inzwischen die Artikelanzahl
- Statt Kassen rücken nun elektronische Etiketten und KI in den Mittelpunkt
- Kamerasysteme helfen bereits bei Altersschätzungen und Warenerkennungen
Rückzug aus der Selbstbedienung
Kunden in US-Supermärkten und anderen Geschäften stehen wieder häufiger vor klassischen Kassen mit Personal. Einige Einzelhändler haben nämlich begonnen, ihre Selbstbedienungssysteme abzubauen oder deren Nutzung zumindest einzuschränken.Ein Grund dafür sind steigende Verluste durch Diebstähle und fehlerhafte Scans, die bei Lebensmittelgeschäften mit entsprechenden Terminals im Schnitt um 33 Prozent höher ausfallen als bei solchen ohne. Für Verbraucher bedeutet das, dass Selbstbedienungskassen zunehmend auf Käufer mit wenigen Artikeln beschränkt werden.
Die Technologie, die bereits Ende der 1980er-Jahre erste Verbreitung fand, sollte ursprünglich Zeit und Personalkosten sparen. Tatsächlich erweisen sich Käufer am Selbstscanner oft als langsamer und fehleranfälliger als geschultes Personal. Das Empfinden, dass es schneller geht, beruht auf einem psychologischen Effekt: Da Kunden aktiv beschäftigt sind, vergeht die subjektive Wartezeit gefühlt zügiger, obwohl der Bezahlvorgang oft länger dauert. Zudem empfinden viele die ständigen Systemwarnungen als störend.
Diebstahl und neue Limits
Um den Schwund einzudämmen, setzen große Ketten auf Begrenzungen. Wie The Independent unter Berufung auf eine Umfrage unter Händlern berichtet, entfernte die Kette Dollar General die Systeme bereits vor zwei Jahren aus rund 12.000 Filialen. Target setzt ein bundesweites Limit von zehn Artikeln pro Kunde, während Walmart an einigen Standorten eine Grenze von 15 Artikeln testet. Im kalifornischen Long Beach zwingt ein lokales Gesetz Betreiber seit dem Jahr 2025 dazu, mindestens eine besetzte Kasse offenzuhalten.Der Trend zur Digitalisierung geht indes ungebremst weiter: Während die Investitionen in Selbstbedienungskassen sinken, fließt das Budget verstärkt in andere digitale Bereiche. 75 Prozent der Einzelhändler planen, in den kommenden zwölf Monaten mehr Geld für Technologie auszugeben. Im Fokus stehen dabei Systeme, die Abläufe vereinfachen. So stieg die Nutzung von elektronischen Regaletiketten zur schnellen Preisanpassung zuletzt spürbar an, während digitale Bestelltafeln ebenfalls Zuwächse verzeichneten.
KI statt Kasse
Künstliche Intelligenz spielt eine wachsende Rolle. Etwa 90 Prozent der Händler experimentieren mit solchen Werkzeugen, 88 Prozent erwarten davon mehr Effizienz. Intelligente Kamerasysteme kommen bereits zum Einsatz, um Obst und Gemüse direkt per Computer Vision zu erkennen. Die Branche erprobt zudem Kameras zur Altersschätzung von Käufern, um bei Alkohol Ausweiskontrollen zu reduzieren.Wie steht ihr zu Selbstbedienungskassen im Supermarkt? Bevorzugt ihr den schnellen Scan eigener Artikel oder lasst ihr lieber das Personal abkassieren? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Supermarkt-Kette soll einkommensabhängige "KI-Preise" planen
- Altgeräte-Rückgabe im Supermarkt: Bisher kaum genutzte Möglichkeit
- 'Autonomer Supermarkt' ohne Personal muss sonntags schließen
- Aldi Shop&Go: Discounter eröffnet den ersten kassenlosen Supermarkt
- Einfach hinauslaufen: Amazon schafft die Kasse im Supermarkt ab
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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